Garganta Verde

 Wanderung zum Llano del Revés

Diese leichte Wanderung führt entlang eines Forstweges durch einen Eichenwald mit reicher Vogelwelt zum Llano del Revés, wo sich ein prachtvoller Ausblick auf die Nordseite der Sierra del Pinar mit seinem Igeltannenwald bietet. Auf einem Rundweg gibt es anschließend die Möglichkeit zu einer “Schnuppertour” durch diesen Wald.

Sierra del Pinar vom Llano del Revés

Blick auf die Nordseite der Sierra del Pinar vom Llano del Revés: Dieses großartige Panorama bietet sich am Ende der Tour. Der vom Norden her abgerundete Gipfel links im Bild ist der Torreón, mit 1.654 m der höchste Gipfel der Sierra de Grazalema (>> Wanderung). © Jürgen Paeger

Anspruch: + (+/++)   Gehzeit: 1,5 (2) Std.   Länge: 5,5 (7) km


Charakter: Der eigentliche Weg bis zum Llano del Revés verläuft mit geringen Steigungen auf einem Forstweg und ist ein leichter Spaziergang. Am Llano del Revés beginnt ein 1,5 km langer Rundweg durch den Wald auf schmalem Pfad (dann gelten oben die Angaben in Klammern).

Wanderkarte: Mapa y Guía Excursionista Sierra de Grazalema 1:25.000 (Editorial Alpina)

Einkehrmöglichkeiten: Am Weg keine. Zu den nahegelegenen Dörfern siehe >> hier.

Anfahrt: Bus: Nur bis Grazalema, siehe >> hier. Ab Grazalema Taxi, zu buchen etwa im Hotel Casa de las Piedras. Auto: Ab Grazalema zuerst A-372 Richtung Benamahoma/El Bosque, dort Abzweig CA-9104 Richtung Zahara de la Sierra. Die Wanderung zwischen km 9 und 10, vor dem Puerto de los Acebuches, an einem nach links abgehenden Forstweg (ein kleiner Parkplatz liegt direkt gegenüber an der rechten Straßenseite).

Übernachtung: In Grazalema oder Zahara de la Sierra, siehe >> hier.

Hinweise: Dieser Weg liegt in der Kernzone des Naturparks, daher ist eine Genehmigung der Parkverwaltung notwendig. Diese gibt es im Informationszentrum in El Bosque (Tel. 956 727029, >> mehr). Es empfiehlt sich, insbesondere für Wochenenden diese Genehmigung frühzeitig zu reservieren.

Diese Wandertour beginnt (aus Richtung Grazalema gesehen) kurz nach km 9 an der Landstraße Grazalema - Zahara de la Sierra (CA-9104) nahe dem Puerto de los Acebuches; der Beginn liegt an einem Forstweg, der nach links abgeht und ist durch ein Schild der Naturparkverwaltung gekennzeichnet.

Der Puerto de las Acebuches bedankt seinen Namen den hier vorkommenden wilden Oliven, deren spanischer Name acebuche auf das arabische az-zambuy (rauh, nicht verfeinert) zurückgeht und auf den Unterschied zur Kulturolive hinweist. Der Weg ist gleich zu Beginn durch ein Tor gesperrt, aber für uns Wanderer gibt es eine Tür links von diesem Tor. Gleich zu Beginn können wir nach rechts die Garganta Verde sehen (in die ebenfalls eine schöne Wandertour führt), vor uns liegt der konische Cerro de los Ballesteros (auch El Montón) genannt und dahinter sehen wir schon den Nordhang der Sierra del Pinar.

Entlang des Weges steht ein schöner mediterraner Eichenwald: Vor allem

Wanderweg vom Puerto de los Acebuches zum Llano del Revés

die dunkle Steineiche und die im Frühjahr hellgrüne Portugiesische Eiche, die an feuchteren Stellen wächst, dominieren das Bild. Daneben zeigen Johannisbrotbäume (wie auch die wilden Oliven am Puerto de los Acebuches) das wir uns hier noch in der untersten Höhenstufe (der “thermomediterranen”, siehe >> hier) befinden. Bald sehen wir auch erste Tannen. Die Igeltanne steht hier wie auch später an den Hängen des Cerro de los Ballesteros jedoch nur an wenigen feuchten, schattigen Stellen, die ihren ökologischen Ansprüchen genügen. In dem Wald, durch den wir jetzt wandern, lebt unter anderem die Kleinfleck-Ginsterkatze, die einzige Art der ansonsten in Afrika verbreiteten Ginsterkatzen, die auch in (Südwest-)Europa vorkommt. Sehen werden wir sie kaum: Sie ist nachtaktiv. Einfacher zu beobachten ist da schon die Vogelwelt: Oft sehen wir Gänsegeier über uns, die in der Garganta Verde eine der größten europäischen Brutkolonien haben, daneben sind ... zu beobachten. Nach etwa einer halben Stunde auf unserem Weg erreichen wir das Tal des Arroyo de los Ballesteros. Dieser Bach verdankt seinem Namen dem hier üppig wachsenden, stark giftigen Stinkendem Nieswurz, der auf spanisch hierba de los ballesteros heißt - eine Erinnerung an die Zeit, als noch die Armbrustschützen (span. ballesteros) mit dieser Pflanze ihre Pfeile vergifteten.

Nordseite der Sierra del Pinar durch den Eichenwald am Weg zum Llano del Revés

Blick auf die Nordseite der Sierra del Pinar durch den Eichenwald entlang des Weges. © Jürgen Paeger

Nach dem Tal verläuft unser Forstweg entlang des Hanges des Cerro de los Ballesteros. Hier stehen jetzt auch Korkeichen und die für Korkeichenwälder typische Baumheide. Die Korkeichen stehen hier auf Kalkgestein, eine absolute Seltenheit. Möglich ist dies nur, da hier derartige viele Niederschläge fallen, dass der Kalk aus den Böden ausgewaschen wird und die Böden trotz des Ausgangsgesteins sauer sind. Je mehr wir uns dem Llano del Revés nennen, desto mehr nehmen die Portugiesischen Eichen zu. Wir können uns auf diesen Anblick konzentrieren, denn da wir immer auf dem Forstweg bleiben, erfordert der Weg kaum Aufmerksamkeit. Bald sehen wir dann wieder - und jetzt viel dichter - den Nordhang der Sierra del Pinar vor uns. Bald sind wir dann im Llano del Revés (diese Ebene ist auch als Llano del Ravel/Rabel bekannt) angelangt. Rechts sehen wir eine Baumschule, in der die Agencia de Medio Ambiente jünge Bäume für Aufforstungsarbeiten heranzieht, und dann führt der Weg auch schon zu einer Furt über den Arroyo del Pinar. Kurz vorher verweist ein Schild nach rechts zu einer Quelle (Fuente); wir überqueren jedoch die Furt und gehen zu der Stelle, an der kurz nach der Furt nach links der “Camino de los Pinsapos” abgeht. Diesem folgen wir ein kurzes Stück bis zu einer Wiese mit den Ruinen des ehemaligen Cortijo del Pinsapar, einem idealen Rastplatz mit prachtvoller Aussicht

Portugiesische Eiche am Llano del Revés

Eine Portugiesische Eiche bietet Schatten auf dem Rastplatz am Cortijo del Pinsapar. © Jürgen Paeger

auf den Nordhang der Sierra del Pinar: Direkt vor uns liegt der Torreón (1.654 m und der höchste Gipfel der Sierra de Grazalema, >> Wanderung), und rechts von ihm drei weitere Gipfel, bis die Kette nach rechts vom auffälligen Pico del Aguila abgeschlossen wird. Der Camino de los Pinsapos ist eine 1,5 km langer Rundweg, der wieder an diesem Platz endet und einen Eindruck vom Inneren des Igeltannenwaldes vermittelt - wer allerdings plant, eine “richtige” Tour durch den Igeltannenwald zu machen (etwa die >> Tour 9), kann sich diesen Weg getrost sparen. Wer in gehen möchte, folgt einfach den Wegmarkierungen. Vom Llano del Revés zurück zum Ausgangspunkt geht es auf dem gleichen Weg.

Weitere Wanderwege:
>> Am Puerto de las Palomas - Rundtour mit Aufstieg auf den Coros
>>
Hoch über Grazalema - Von Grazalema zur Cueva de las dos Puertas
>>
Unter Geiern - In die Garganta Verde
>>
Von Grazalema nach Villaluenga via Charca Verde
>>
Hoch über den Igeltannenwald - Auf den Torreón

© Jürgen Paeger 1993 - 2011