Reales

Die Tannenwälder von Los Reales

Auf 3 kurzen Touren, die sich zu 2 unterschiedlich langen Rundwanderungen kombinieren lassen, durchwandern wir den größten Igeltannenwald der Sierra Bermeja und genießen die Aussicht vom Pico de los Reales auf die westliche Mittelmeerküste.

Allgemeine Angaben:


Charakter: Unterschiedliche Touren vom kurzen Spaziergang bis zur mittelschweren Bergwanderung, siehe die jeweiligen Touren und kombinierten Rundwanderungen.

Wanderkarte: Blatt 1071-II (Casares) der Karte IGN 1:25.000

Einkehrmöglichkeiten: keine (in der Saison Bar-Restaurante im Refugio)

Unterkunft: In Jubrique (Hotel Taha Baja) oder Estepona (zahlreiche Hotels).

Anfahrt: Nur mit eigenem Transport. Die Touren beginnen am Puerto de Peñas Blancas an der Straße MA-557 Estepona – Jubrique (Algatocín), oder an der an diesem Pass beginnenden Zufahrtsstraße zum Picknickplatz „Zona recreativa Reales de Sierra Bermeja“ (jeweils bei der Tour angegeben). Keine Busse, ohne eigenen Transport bleibt neben einem Taxi der Wanderweg PR-A 164 Estepona - Los Reales; 6,9 km, 1.200 Höhenmeter.

Hinweis: Auch wenn die Gehzeiten relativ kurz sind: Planen Sie ausreichend Zeit hier oben ein. Schöne Aussichtspunkte schon auf der Anfahrt und auf den Wanderungen, angenehme Rastplätze und der Picknickplatz Reales de Sierra Bermeja lohnen es, einen ganzen Tag hier zuzubringen.

1. Der Pinsapar von Los Reales

Anspruch: +   Gehzeit: 0.30 Std.   Länge: 1,5 km

Die Wanderung „Paseo de los Pinsapos“ ist ein Spaziergang durch einen ganz besonderen Igeltannenwald: Er steht auf auffällig rotem Felsgestein, erreicht den Gipfel des Pico de los Reales und eröffnet schöne Ausblicke auf das Tal des Genal und das Bergland von Ronda.

Das rote Gestein hat der Sierra Bermeja (dem roten Gebirge) ihren Namen gegeben. Für Naturkundler ist dieses Gestein (Peridotit, ein eisen- und magnesiumreiches Urgestein) interessant, da es ultrabasisch ist und eine ganz eigene Pflanzenwelt erhält. Der Spaziergang ist kurz, bietet aber einen schönen Einblick in den Wald, und kann mit anderen Touren zu einer längeren Wanderung kombiniert werden.

Wegskizze der Wanderungen durch die Tannenwälder von Los Reales

Der Startpunkt dieser Tour ist ein kleiner Parkplatz nach 3,2 km auf der Zufahrtsstraße zur „Zona recreativa Reales de Sierra Bermeja“. Hier sehen wir ein Hinweisschild auf den Weg, und auch einen ausgeschilderten Sendero (Wanderweg), der uns von hier zum Puerto de Peñas Blancas zurückbringen würde. Ziel des Spaziergangs ist aber zunächst ein wunderschöner Rastplatz im Tannenwald.

Hierzu folgen wir dem guten Weg, der an diesem Startpunkt beginnt. Dabei dürfen wir nicht geradeaus in den Wald hineingehen, unser Weg führt am Beginn des Waldes in Kehren bergab. Nach diesem kurzen Abstieg bleibt der Weg bis fast zum Ende mehr oder weniger auf der Höhe, und führt bald in einen schönen Igeltannenwald. Im dunklen Tannengrün fühlen wir uns kaum noch wie in Andalusien; Moose und Flechten zeigen, dass die Igeltannen feuchtes Klima mögen. In feuchten Jahreszeiten überqueren wir einige kleine Bächlein, die in trockenen Zeiten kein Wasser führen. Ab und an haben wir schöne Aussichten – nach rechts ins Tal des Río Genal und auf das

Pinsapar de los Reales

Aussicht aus dem Igeltannwald auf das Bergland von Ronda. © Jürgen Paeger

das Bergland von Ronda, vor uns sehen wir bald schon den Gipfel des „Pico de los Reales“, der an seinen Antennen leicht zu erkennen ist und bis oben hin von dieser Seite aus mit Igeltannen bestanden ist. Im übrigen bietet dieser Weg vor allem morgens auch Gelegenheit zu Tierbeobachtungen, Steinböcke und Wildschweine können mit etwas Geduld nicht allzu schwer gesichtet werden. Immer dem Weg folgend kommen wir nach 15 Min. und einem weiteren kurzen Abstieg in einem Tal mit grobem Felsschutt an eine Betonbrücke über einen Bach, dem „Arroyo de los Pinsapos“. Kurz darauf sind wir auch schon an dem versprochenen Rastplatz, der als „Plazoleta de Genalguacil“ bekannt ist. Neben einer Keramiktafel mit einem Gedicht des andalusischen Dichters Federico García Lorca über Bäume finden wir hier schöne große Igeltannen, gemauerte Sitzbänke um einige Bäume und können hier eine wunderschöne Rast machen.

Von hier geht es auf dem gleichen Weg zum Startpunkt zurück (30 Min.). Wer weiter wandern möchte, hat hier zwei Möglichkeiten: Entweder folgt er dem Weg weiter und gelangt so zum Puerto de Peñas Blancas, oder er folgt dem anderen ausgeschilderten Weg zum „Pinsapar de los Realillos“, der 2,5 km lang ist und auf den Gipfel des Pico de los Reales führt (siehe auch die Vorschläge für Rundwanderungen am Ende).

2. Auf den Pico de los Reales

Anspruch: + /Alternative: ++   Gehzeit: 1.15 Std.   Länge: 4 km

Der “klassische” Aufstieg auf den Pico de los Reales beginnt am Picknickplatz „Zona recreativa Reales de Sierra Bermeja“, nach 4,5 km auf der oben erwähnten Zufahrtstraße. Kurz vor dem Rastplatz finden wir in einer Rechtskurve eine Parkplatz mit Aussicht auf die Mittelmeerküste, nach rechts geht eine z.T. asphaltierte, z.T. geschotterte Piste zum Gipfel ab.

Der übliche (und leichteste) Weg ist der über diese Piste: es geht durch Kiefernwald, in dem später auch einzelne Igeltannen auftauchen, 2 km immer leicht bergan (250 Höhenmeter wollen überwunden sein) bis zum Ende der Piste vor den Antennenanlagen – am Ende der Piste beginnt links der Pfad zum Gipfel; von hier sind es nur noch 100 m (45 Min.).

Ein alternativer – schönerer, aber auch abenteuerlicherer Weg – findet sich, wenn wir der Zufahrtstraße am Refugio vorbei bis zum Ende folgen (5 Min.), dort finden wir einen weiteren Parkplatz und den Beginn eines Weges zum Mirador Salvador Guerrero (hier ist auch ein Hinweisschild „Pico de los Reales 30 Min. zu sehen), an dem wir noch einmal 5 Min. später sind. Kurz vor der Aussichtsplattform sehen wir schon unseren Weg nach rechts abgehen; zunächst genießen wir aber die Aussicht auf die Küste: von der Bucht von Málaga über Estepona und den Felsen von Gibraltar reicht die Sicht und gibt uns schon einen Vorgeschmack, was uns auf dem Gipfel erwartet – hier kommt noch die Rundumsicht auf das Bergland dazu. Hinter uns sehen wir bereits die Antennen des Gipfel des Pico de los Reales. Wir folgen den schon erwähnten Weg bergan, der zunächst rechts eines Zaunes verläuft, diesen aber bald durchquert (an dem Tor ist eine weiß-gelbe Markierung des Wanderweges zu sehen; außerdem ein Schild, das darum bittet, das Tor wieder zu schließen).

Danach verläuft der Weg zunächst zwischen zwei Zäunen, sich mal vom einen zum anderen schlängelnd, bis er sich für den rechten Zaun entscheidet, an dem er entlang verläuft und dann rechts wieder durchquert. Hiernach beginnt dann die Stelle, warum dieser Weg oben als abenteuerlich bezeichnet wurde: der Zaun stört nämlich nun den alten Weg; wir gehen ein paar Meter vom Zaun weg und finden dann den Weg, der wieder auf den Zaun zuläuft – und von diesem unterbrochen wird. Der Zaun war nötig, um die Wildtiere von den jungen Igeltannen fernzuhalten. So müssen wir uns jetzt selbst einen Weg über das Gestein suchen, es geht immer den Bergrücken entlang direkt auf den Gipfel zu (45 Min.). Vermutlich wird der Weg bald deutlicher ausgetreten sein und bietet dann auch weniger abenteuerlustigen Wanderern einen Weg zum Gipfel. Wem dieser Weg zu kompliziert ist, kann immer noch auf einen schmalen Pfad ausweichen, der nach rechts vom Zaun wegführt und unter einer Stromlinie (hier nach rechts abbiegend) und an einer t-förmigen Kiefer vorbei zur Piste führt, wo wir nach links noch gut einen halben Kilometer zum Gipfel gehen.

Pico de los Reales

Blick vom Pico de los Reales auf die westliche Mittelmeerküste - links Estepona, rechts Gibraltar. © Jürgen Paeger

Was den Aufstieg vor allem lohnt, ist die Aussicht vom Gipfel an klaren Tagen: Im Südwesten sehen wir den Felsen von Gibraltar und dahinter das Rifgebirge in Nordafrika, im Westen reicht der Blick auf den Naturpark Los Alcornocales und die Sierra de Grazalema, im Norden das Tal des Río Genal mit seinen weißen Dörfern, im Nordosten die Sierra de las Nieves und die Küstengebirge, überragt von der große Teile des Jahres schneebedeckten Sierra Nevada, und natürlich die Küste, wo der Blick über die Bucht von Málaga die ganze Costa del Sol und unter uns an vorderster Stelle die Stadt Estepona reicht.

Der Rückweg ist mit dem Hinweg identisch (1.15 Min.), oder wir gehen auf dem folgenden Weg weiter:

3. Vom Pico de los Reales zur Plazoleta de Genalguacil

Anspruch: +/++   Gehzeit: 0.45 Std. (einfach)   Länge: 2,5 km

Alternativ zum gleichen Rückweg können wir hier auf dem „Sendero de los Realillos“ folgen. Dieser Weg geht auf dem Pfad zum Gipfel nach rechts ab, an der Antenne mit dem kleinen weißen Häuschen vorbei. Der Weg beginnt abzusteigen, wir kommen durch einen Wald mit Igeltannen und Kiefern, später herrschen dann die Kiefern vor, allerdings zeigen junge Igeltannen im Unterwuchs, dass die Regeneration des Tannenwaldes funktioniert. Nach gut 10 Min. kommen wir an eine offene Stelle mit schönem Ausblick in das Tal des Río Genal, danach wechselt unser Pfad auf die andere Seite des Bergrückens, wir sehen nun wieder die Antennen des Pico de los Reales und darunter den Igeltannenwald, der bis zum Gipfel reicht. 5 Min. später geht es wieder auf die linke Seite des Hanges; hier zeigen Baumskelette, das der Tannenwald einem Waldbrand zum Opfer gefallen ist. Weitere 5 Min., und nach einem kurzen Anstieg wechselt der Weg wieder auf die rechte Seite. Hier geht es nun mit Ausblick auf den Igeltannenwald und die Bucht von Málaga bergab. 35 Min. nach dem Start am Gipfel beginnt eine steiler Abstieg in Serpentinen; vor uns sehen wir bereits als grasgrünen Fleck im dunkelgrünen Wald die Plazoleta de Genalguacil.

Wir sehen auch 2 Pfade den Hang vor uns durchqueren: der obere Pfad auf halber Hanghöhe ist der Pfad, der uns von der Plazoleta zur Zufahrtstraße zurückbringt, der untere Pfad ist der von der Plazoleta zum Puerto de Peñas Blancas. Immer weiter bergab kommen wir in einen Kiefernwald, an eine offene Stelle und schließlich in einen Igeltannenwald. Kurz darauf sind wir an der Plazoleta de Genalguacil (45 Min.) – siehe Teil 1.

Kombinationsmöglichkeiten:

Aus diesen 3 Wanderwegen lassen sich 2 Rundwanderungen zusammenstellen, bei denen allerdings immer ein Stück auf der – kaum befahrenen – Asphaltstraße vom Puerto de Peñas Blancas zum Refugio gegangen werden muss:

  • Rundwanderung 1: Refugio – Pico de los Reales (Teilstück 2) – Sendero de los Realillos (Teilstück 3) – Sendero de los Pinsapos (Teilstück 1) – Refugio (auf der Straße) (leicht, 2.30 Std.)
  • Rundwanderung 2: Puerto de Peñas Blancas – Sendero de los Realillos (Teilstück 3 in umgekehrter Richtung) – Pico de los Reales (auf der Straße) – Sendero de los Pinsapos (Teilstück 1) – Puerto de Peñas Blancas (mittelschwer, 5 Std.)

    Vom Puerto de Peñas Blancas zum Sendero de los Realillos: Am Puerto nehmen wir die anfänglich asphaltierte Straße Richtung Genalguacil, nach 1 km links in den mit einer Schranke für Fahrzeuge gesperrten Forstweg, nach 150 m in den abgehenden, bergan führenden Forstweg. Am Ende nach ca. 1,5 km in einen links beginnenden Pfad, der zum Sendero de los Realillos führt.
  • Vom Refugio nach Estepona: Vom Refugio führt der markierte Wanderweg PR-A 164 nach Estepona (3 Std.).

Literaturtipp:

Los Reales de Sierra Bermeja. Guía Natural. Miguel Ángel Catalina, Editorial Málaga Digital, ohne Jahr (1997), ISBN 84-922488-7-4. Naturführer über dieses Wandergebiet (spanischsprachig).

Weiter zu:

>> Wanderungen an der Costa del Sol

>> Übersicht Wandergebiete und Wanderwege in Andalusien

© Jürgen Paeger 2005