Die Tannenwälder von Los Reales

Diese Wanderung verbindet den Aufstieg auf den Pico de los Reales, wo wir einen schönen Ausblick auf die westliche Mittelmeerküste und die Gebirgszüge im Hinterland der Costa del Sol genießen, mit einem Besuch des größten Igeltannenwaldes der Sierra Bermeja.


Igeltannenwald am Pico de los Reales. Foto: Jürgen Paeger

Anspruch:+/++ Gehzeit:2.15 Std.  Länge:6,4 km   An-/Abstieg:350 m

Charakter: Bergwanderung auf guten Bergpfaden, leider aber mit zwei Teilstücken auf einer Schotterpiste und entlang einer asphaltierten Straße (insgesamt etwa 2 km).

Wanderkarte: Karte IGN 1:25.000 Blatt 1071-II (Casares)

Wegmarkierung: Der Weg abseits der Straße kombiniert vier Wanderwege (siehe Text), die grün-weiß und/oder mit weißen Pfeile markiert sind.

Einkehrmöglichkeiten: keine (in der Saison Bar-Restaurante im Refugio)

Anfahrt: Kein Bus. Mit dem Auto: Die Tour beginnt an einem Parkplatz kurz vor dem Picknickplatz „Zona recreativa Reales de Sierra Bermeja“ (Parkplatz). Die Zufahrtsstraße hierhin beginnt am Puerto de Peñas Blancas an der Straße MA-557 Estepona – Jubrique (Algatocín), von hier sind es 4,5 km bis zum Parkplatz. Fahrrad: Von Genalguacil über den PR-A 242, der auf einer Forstpiste verläuft (22,6 km, 3.30 Std.). Zu Fuß: Wanderweg PR-A 164 Estepona–Los Reales, 6,9 km, 1.200 Höhenmeter (3 Std.).

Übernachtung:
In Jubrique (Posada Mirador de Jubrique) oder Estepona (zahlreiche Hotels).

Wanderroute "Die Tannenwälder von Los Reales"

Der Parkplatz  1  [WP 1], an dem die Wanderung beginnt, befindet sich in einer Rechtskurve, in der nach rechts die teils asphaltierte, teils geschotterte Zufahrtspiste zum Gipfel des Pico de los Realses abgeht; kurz vor dem Picknickplatz „Refugio de los Reales“. Wir gehen von hier aus die Zufahrtsstraße geradeaus weiter, vorbei an dem Refugio, hinter dem sich Aussichtspunkt mit Blick auf die Costa del Sol befindet. An den Seiten der Straße finden sich Tische und Bänke. Wir kommen nach fünf Minuten zur "Plazoleta Salvador Guerrero" (auch hier gibt es einen Parkplatz). Hier endet die Straße, geradeaus führt ein breiter Weg weiter: der Wanderweg "Mirador de Salvador Guerrero", der zu dem 380 m entfernten gleichnamigen Mirador (Aussichtspunkt) führt, und zugleich der SL-A 168 „Pico de los Reales“ (1,8 km), der auf den Gipfel führt; er geht kurz vor dem Mirador nach rechts ab. Das ist unser Weg, wir sollten aber vorher auf jedem Fall zum nahen "Mirador de Salvador Guerrero"  2  gehen: von hier aus genießen wir einen weiten Blick über die Costa del Sol mit Estepona und nach rechts über den Campo de Gibraltar und bei gutem Wetter bis hin nach Afrika. Hinter uns sehen wir die Antennen, die auf dem Pico de los Reales stehen.

Anschließend gehen wir zurück zur Weggabelung [WP 2], an der der SL-A 168 abzweigt und biegen jetzt in den Weg zum Pico de los Reales ein. Der Weg ist breit und gut erkennbar; er führt mehrfach durch Tore in zwei hangparallelen Zäunen (mit denen die Wildtiere von den jungen Igeltannen ferngehalten werden sollen), grün-weiße Markierungen des Wanderwegs helfen bei der Wegfindung. Schließlich, nach etwa der Hälfte des Weges, führt er uns auf die auf die Schotterpisten zum Gipfel [WP 3]. Dieser folgen wir bergauf bis zu ihrem Ende. Hier geht nach links ein Pfad ab, der „Sendero de los Realillos“ – das ist der Wanderweg, dem wir ab jetzt folgen. Zunächst aber gehen wir nach etwa 20 Metern auf diesem Pfad nach links, wo wir auf den rund 100 Meter entfernten Gipfel des Pico de los Reales ( 3 , 45 Min.) kommen. Was den Aufstieg vor allem lohnt, ist die Aussicht vom Gipfel an klaren Tagen: Im Südwesten sehen wir den Felsen von Gibraltar und dahinter das Rifgebirge in Nordafrika, im Westen reicht der Blick auf den Naturpark Los Alcornocales und die Sierra de Grazalema, im Norden das Tal des Río Genal mit seinen weißen Dörfern, im Nordosten die Sierra de las Nieves und die Küstengebirge, überragt von der große Teile des Jahres schneebedeckten Sierra Nevada, und natürlich die Küste, wo der Blick über die Bucht von Málaga die ganze Costa del Sol und unter uns an vorderster Stelle die Stadt Estepona reicht.


Blick vom Pico de los Reales auf die Mittelmeerküste. Foto: Jürgen Paeger

Nachdem wir den Ausblick genossen haben, geht es zurück zum eigentlichen Pfad [WP 4], dem wir jetzt nach links folgen. Der Weg führt rechts hinter dem weißen Häuschen vorbei und beginnt abzusteigen. Wir kommen durch einen Wald mit Igeltannen und Kiefern; später herrschen dann Kiefern vor, aber im Unterwuchs zeigen junge Igeltannen, dass der Igeltannenwald sich hier im Schutz der Kiefern wieder ausbreitet.

Igeltannen im Unterwuchs des Kiefernwaldes
Im Schutz des Kiefernwaldes wachsen junge Igeltannen heran. Foto: Jürgen Paeger.

Nach gut 10 Minuten kommen wir an eine offene Stelle [WP 5], geologisch Interessierte können hier sehr schön das anstehende Peridotit-Gestein erkennen (das rote Peridotit-Gestein hat der Sierra Bermeja ["rotes Gebirge"] ihren Namen gegeben; das eisen- und magnesiumreiche Urgestein ist ultrabasisch und beherbergt eine ganz eigene Pflanzenwelt, die auch viele Botaniker hierher lockt). Wir haben hier auch einen schönen Ausblick auf den Igeltannenwald links von uns (der "Pinsapar de la Mujer", der "Tannenwald der Frau") und das Tal des Río Genal. Wenige Minuten später wechselt der Weg auf die linke Seite des Hangs. Verkohlte Baumstämme zeigen, dass hier der Wald vor einigen Jahren einem Waldbrand zum Opfer gefallen ist. Am Ende dieses Stückes geht es – vorbei an einem Weg von links [WP 6] – wieder zurück auf die rechte Seite.

Foto des Barranco de Cazadores in der Sierra de Almijara
An der Plazoleta de Genalguacil. Foto: Jürgen Paeger.

Danach beginnt der Pfad mit Ausblick auf den Igeltannenwald und die Bucht von Málaga abzusteigen. Der Wald wird dichter und die Igeltannen werden häufiger, am Ende wird der Absteig steil (Serpentinen), und wir erreichen die – schon zuvor als grüner Fleck im Wald erkennbare – "Plazoleta de Genalguacil" ( 4 , WP 8, 1.30 Std.) erreichen: Neben einer Keramiktafel mit einem Gedicht des andalusischen Dichters Federico García Lorca über Bäume finden wir hier schöne große Igeltannen, gemauerte Sitzbänke um einige Bäume – geschaffen für eine ausgedehnte Rast. Für den weiteren Weg folgen wir der Ausschilderung eines weiteren Wanderwegs: des "Paseo de los Pinsapos – Vuelta" nach rechts (die "Ida" [Hinweg] führt zum Puerto de Peñas Blancas). Der Weg führt über eine Brücke und durch einen schönen Igeltannenwald mit zwischendurch immer wieder Aussicht auf die Sierra de las Nieves und das Tal des Genal. Moose und Flechten an den Bäumen zeigen, dass die Igeltannen feuchtes Klima mögen. In feuchten Jahreszeiten überqueren wir einige kleine Bächlein, die in trockenen Zeiten kein Wasser führen. Gut eine Viertelstunde nach dem Aufbruch kommen wir an die Zufahrtsstraße [WP 9], der wir nach rechts bergan folgen. Am Anfang des Weges sehen wir auch hier junge Igeltannen im Schutz des Kiefernwaldes, nach rechts haben wir den Ausblick auf die Costa del Sol, ähnlich dem am Refugio. Die Straße bringt uns zum Ausgangpunkt (2.15 Std.) zurück.

Igeltannenwald bei der Plazoleta de Genalguacil
Der Igeltannenwald bei der Plazoleta de Genalguacil. Foto: Jürgen Paeger

Wegpunkte:
WP 1: 30S 303020 4040001
WP 2: 30S 302893 4039347
WP 3: 30S 302607 4039794
WP 4: 30S 302324 4040212
WP 5: 30S 302110 4040464
WP 6: 30S 302021 4040754
WP 7: 30S 302408 4040840
WP 8: 30S 302977 4040884
(UTM/European 1950)

GPS-Track:
>> Download Reales.gpx (.gpx-Datei, 67 kB)

Igeltannenwälder gibt es außer in der Sierra Bermeja noch in der Sierra de las Nieves und in der Sierra de Grazalema: durch diese führen die Wanderung >> Der Igeltannenwald von Ronda und die Touren 9, 13 und 14 aus meinem Wanderführer.

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© Jürgen Paeger 2005–2018

 


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Titelbild Wanderführer Andalusien (Jürgen Paeger, DuMont Reiseverlag)