Parauta

Ronda ist eines der beliebtesten Ausflugsziele in Andalusien: Vor allem die spektakuläre Lage der Stadt auf steil abfallenden Felsen zieht die Besucher an. Die ehemals maurische Altstadt im Süden ist von der erst nach der Eroberung Rondas durch die Christen entstandene Neustadt durch eine 160 m tiefe Schlucht getrennt, die von drei Brücken überquert wird. In Ronda erhielt der moderne Stierkampf seine Regeln, die Stadt besitzt die älteste Stierkampfarena Spaniens - und ist eingebettet in die Serranía de Ronda, ein wildes Gebirgsland, dass einst den bandoleros Unterschlupf bot, und sich heute als ein wunderschönes Wandergebiet anbietet. Zur Serranía de Ronda gehören die 3 Wandergebiete Sierra de Grazalema, das Tal des Río Genal und die Sierra de las Nieves.

Orientierung:

Die Stadt wird durch den Tajo, die Schlucht des Río Guadalevín, in die im Süden liegende Altstadt und die im Norden liegende Neustadt geteilt. Zentraler Platz direkt an der Schlucht ist die Plaza España, an der die Puente Nuevo den Tajo überspannt. Diese Brücke wurde Ende des 18. Jahrhunderts fertiggestellt und ist inzwischen das Wahrzeichen Rondas. Im Trakt über dem mittleren Bogen lag ursprünglich das Stadtgefängnis. Am Platz befindet sich eine Touristeninformation, in der Stadtpläne erhältlich sind.

In der Altstadt (La Ciudad) finden Sie direkt an der Puente Nuevo das Convento de Santo Domingo, einst von den katholischen Königen erbaut und später den Dominikanern übergeben - noch später diente es dann als Sitz der Inquisition. Nach der Brücke rechts  gelangen Sie in die Calle Tenorio und zur Casa de Don Bosco, ein typisches Haus des Landadels, von dessen Garten aus man einen schönen Ausblick auf die Serranía genießt, ebenso wie ein Stück weiter von der  Plaza del Campillo. Im Palacio de Mondragón, einem schönen maurischen Bau, der nach der Eroberung von den Katholischen Königen bewohnt wurde, findet sich ein kleines Museum mit archäologischen und maurischen Funden. Zentrum der Altstadt ist der Platz mit der Kirche Santa María la Mayor. Die Kirche ersetzte die Moschee, der Glockenturm basiert auf dem Minarett; auch die Gebetsnische ist erhalten. Der Barockaltar ist mit über 80 kg Gold aus Amerika belegt. Die Galerien an der Kirche dienten Rondas Würdenträgern einst als Logenplatz: bevor die Stierkampfarena gebaut wurde, fanden die Stierkämpfe auf diesem Platz statt. Weiter im Süden finden sich die älteste Kirche Rondas, Espíritu Santo, 1505 errichtet, und die beiden Stadttore Puerta de Almocábar und Puerta de Carlos V.: das erste maurisch, das zweite im Renaissancestil direkt daneben von den Christen errichtet. Jenseits der Tore liegt das alte Landarbeiterviertel Barrio de San Francisco. Wieder in der Altstadt, lohnen das Museo Peinado und das Museo del Bandolero einen Besuch. Das Museo Peinado ist dem Maler Joaquín Peinado gewidmet, der aus Ronda stammt, aber lange Zeit in Paris gelebt und gearbeitet hat; seine Werke sind von Cézanne und Picasso beinflusst. Das Museum liegt im Palacio de Moctezuma, der zwei schöne Innenhöfe besitzt (Plaza del Gigante, www.museojoaquinpeinado.com). Das Museo del Bandolero (c/Armiñán 65) enthält eine Ausstellung über die sagenumwobenen Räuber der Serranía (www.museobandolero.com). Beim weiteren Rundgang sollten Sie auf den Palacio del Marques de Salvatierra achten - an der Fassade sind koloniale Indiofiguren zu entdecken. Bergab liegen die beiden anderen Brücken über die Schlucht, die Puente Viejo und die Puente Arabe, ein weiteres Stadttor aus maurischer Zeit, der Arco de Felipe V. und die sehr gut erhaltenen arabischen Bäder (Baños Arabes). Im Casa del Rey Moro können sie in die Schlucht hinabsteigen und sehen, wie die Wasserversorgung bei Belagerungen gesichert wurde. (Und dann müssen sie die 365 Stufen wieder herauf...)

Ronda: ganz oben: Puente Nuevo; oben von links nach rechts: Altstadt, Puerta de Almocábar und Espíritu Santo, Palacio del Marqués de Salvatierra, Arco de Felipe V, rechts; Baños Arabes und Blick in den Tajo. © Jürgen Paeger

(Zum Ansehen der Bildergalerie auf die Lupe oder das entsprechende Foto klicken.)

In der Neustadt (El Mercadillo) ist die Hauptattraktion die Stierkampfarena, 1784 eingeweiht und damit die älteste Spaniens. Im zugehörigen Stierkampfmuseum finden sich u.a. Erinnerungen an zwei wichtige Stierkämpferdynastien, die Romeros und die Ordóñez. Pedro Romero gab dem Stierkampf seine modernen Regeln, an ihn erinnern jedes Jahr Anfang September die Fiestas de Pedro Romero (auch “corridas goyescas” genannt) mit Stierkämpfen in historischen Kostümen. Ein Weg, der Paseo Blas Infante, führt ab der Plaza España um den Parador herum und - vorbei am Stadtpark Alameda del Tajo - immer an der Schlucht entlang bis zum Hotel Reina Victoria; hier kann man den Sonnenuntergang in der Serranía am besten genießen. Gegenüber der Stierkampfarena beginnt die Carrera Espinel, Rondas wichtigste Einkaufsstraße, rund um den kleinen Plaza del Socorro (von der Stierkampfarena aus 1 Block stadteinwärts) finden sich zahlreiche Cafés und gute Tapas-Bars.

Unterkunft:

An Unterkünften herrscht in Ronda kein Mangel, in den letzten Jahren sind auch einige Hotels der gehobenen Kategorie und vor allem gute, geschmackvolle Hotels in der Altstadt dazugekommen. Empfehlenswert sind:

Einfache Unterkünfte:
Hostal Ronda Sol
und Hostal Aguilar bieten saubere, preiswerte Zimmer ohne eigenes Bad.

Preiswerte Hotels:
 Hotel Morales, c/Sevilla 51, Tel. 952 87 15 38, www.hotelmorales.com: Nettes kleines Hotel, die Besitzer lieben die Region und können viele Tipps - auch zu Wanderungen - geben. In der Kategorie mein Tipp.

Hotel Arunda, Carrera Espinel 120, Tel. 952 190102: Gutes Hotel am Ende der Einkaufsstraße.

Mittelklasse-Hotels:
Hotel La Rondeña
, c/ José Aparicio 3 (nahe Plaza España), Tel. 952 871052, www.larondenahotel.com: früher als Hotel “La Española” eines meiner Lieblingshotels; nach Besitzerwechsel immer noch manche Zimmer mit Traumblick auf die Serranía, aber übernachtet habe ich dort noch nicht wieder, so dass ich über den Service nichts sagen kann.

Hotel Polo, c/ Mariano Soubiron, Tel. 952 872447: Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis in einem Traditionshaus.

 Die besonderen Hotels in der Altstadt:
Wer in Ronda etwas besonderes möchte, findet mehrere sehr schöne Hotels der mittleren bis oberen Kategorie in der Altstadt. Sie sind alle eine Empfehlung wert; die Wahl ist letztlich Geschmackssache. Die kurze Beschreibung (und die jeweiligen Internet-Links) sollen Ihnen helfen, “Ihr” Haus zu finden:

Hotel Jardin de la Muralla, c/Espíritu Santo 13 (Altstadt, neben der Kirche Espíritu Santo), Tel. 952 872764,
www.jardindelamuralla.com: Schön restauriertes Haus mit großem, schönen Garten und Schwimmbad direkt an der Stadtmauer und Ausblick auf das Umland, ideal auch zum Entspannen.

Hotel San Gabriel, c/José Maria Holgado 19 (Altstadt), Tel. 952 190392,
www.hotelsangabriel.com: Restauriertes Haus einer Adelsfamilie aus dem 18. Jahrhundert, der Salon ist das alte Wohnzimmer, Frühstück gibt es in der ehemaligen Küche (oder im schönen Innenhof). Antiquitäten im Zimmer, herzlicher Empfang, Mini-Kino für Gäste.

Alavera de los Baños, c/San Miguel (neben den arabische Bädern), Tel. 952 879143,
www.andalucia.com/alavera: geschmackvolle Zimmer und Garten mit Aussicht auf das Umland, Schwimmbad, gutes Restaurant im Haus, deutsch-spanische Besitzer.

Hotel Montelirio, c/Tenorio 8 (Altstadt), Tel. 952 873855,
www.hotelmontelirio.com: Die luxuriöseste Option, direkt an der Schlucht gelegen, Schwimmbad, gutes Restaurant.

Parador:
Parador de Ronda
, Plaza España, Tel. 952 877500, www.parador.es: Der Parador von Ronda ist direkt an der Schlucht gelegen, Schwimmbad, großzügige Zimmer, gutes Restaurant.

Außerhalb von Ronda:
Wer lieber auf dem Land nahe der Stadt bleiben möchte, findet folgende empfehlenswerte (nicht ganz billige) Hotels:
Hotel La Fuente de la Higuera, Abfahrt an der A-376 Richtung Sevilla kurz nach dem Abzweig nach Benaoján, Tel. 952 114355,
www.hotellafuente.com: Eine umgebaute Ölmühle im modernen Stil, schöne Sicht auf Ronda. Gute Küche. (Tipp: Gut ist auch das Essen in der benachbarten Venta El Polvorilla.)

Hotel El Juncal, Abfahrt an der Straße nach El Burgo nach ca. 1 km, Tel. 952 161170, www.eljuncal.com: Die moderne Alternative für alle, die keine Stilmöbel mögen. Ideal zum Ausspannen mit einer Stadt in der Nähe.

Essen und Trinken:

Frühstück:
Churros und hervorragenden Kaffee gibt es im beliebten Churreria Alba (Carrera Espinel 44). Wenn dieses zu voll ist: auch das nahe La Ibense ist gut.

Tapas-Bars:
Gute Tapas-Bars finden sich rund um die Plaza del Socorro, hierzu gehören u.a. El Portón (c/Pedro Romero), Patatín Patatán und das benachbarte La Viña (c/Lorenzo Borrego Gomez) sowie die Bodega El Socorro (c/Molino). In der Calle Remedios, die jenseits der Carrera Espinel liegt, finden sich eine der ursprünglichsten Bars Rondas: Nr. 35 El Lechuguita (“Salatherz”, die mit Olivenöl beträufelt auch die beliebteste Tapa des Hauses ist). Ein besonderer Tipp ist auch die Café-Bar Faustino, c/Santa Cecilia 4 (eine Straße weiter nördlich). Neuester Stern an Rondas-Tapa Himmel ist Tragatapas, c/Nueva 11, betrieben von den Besitzern des Restaurante Tragabuches (siehe unten).

Im Barrio San Francisco gibt es die besten Tapas in der Bar Benito, c/Amanecer (halbrechts vom Hauptplatz Plaza Ruedo Alameda abgehend).

Restaurants:
Preiswerte Menüs in guter Qualität bietet das Restaurante Doña Pepa an der Plaza del Socorro, gute lokale Traditionsküche in Stierkampf-Ambiente das Restaurante Pedro Pomero gegenüber der Stierkampfarena. Gute Küche und Terassen direkt in der Schlucht finden sich im Restaurante Don Miguel an der Plaza España; hervorragende Küche und gleich gute Aussicht auf der anderen Seite der Schlucht die Casa Santa Pola (nach der Brücke links) und das Restaurante Albacara (nach der Brücke rechts) in der Altstadt. Schöne Sicht auf die Serranía bieten bei guter Küche die Gartenterrassen des Restaurante del Escudero am Paseo de Blas Infante 1 (hinter der Stierkampfarena). Gut sind auch das Restaurante Sol y Sombra (im Hotel Maestranza, schräg gegenüber der Stierkampfarena) und das Restaurant des Paradors.

Etwas außerhalb des Zentrum sind interessant: das Restaurant im Hotel Alavera de los Baños neben den arabischen Bädern (marokkanisch angehaucht), die einfache Bar Clemente 100 m weiter die Straße entlang (gute Familienküche, sehr günstig) und die Casa María an der Plaza Ruedo Alameda im Barrio San Francisco. An diesem Platz bietet auch das Restaurant Almocabar ordentliche Küche.

 Mein Restaurant-Tipp in Ronda:
Probieren Sie das kleine Restaurant Casa María am Hauptplatz des Landarbeiterviertels San Francisco (Plaza Ruedo Alameda 27, Tel. 952 876212, Mi. geschlossen): Es gibt keine Karte, sondern frische Produkte werden je nach Marktangebot zu einem Tagesangebot zusammengestellt. Das Ergebnis ist gute Qualität zu einem günstigen Preis.

Feinschmecker finden in Ronda das Restaurante Tragabuches, c/José Aparicio 1 (nahe Plaza de España), Tel. 952 190291: gelungene Mischung aus andalusischer Tradition, lokalen Produkten und moderner Zubereitung; gediegene, aber nicht zu formelle Atmosphäre. Teuer.

Einkaufen:
Weine, Käse, Wurst und Schinken aus der Serranía de Ronda können Sie - preiswerter als an der Plaza de España bei “Los Murcianos”, c/Naranja 15, einkaufen; für die Reise werden sie unter Vakuum verschweißt.

Kultur:

Guten Flamenco können Sie Donnerstag, Freitung und Samstag abend jeweils um 21.30 Uhr im Museo Lara, c/Armiñán 29 (Altstadt) hören und sehen.

Umgebung/Wanderungen:

Felsenkirche Virgen de la Cabeza: Im 10. Jh. unter maurischer Besetzung von spanisch-westgotischen Christen ins Gestein gegrabene Kirche, lohnt den Umweg auch wegen des schönen Blicks auf Ronda (Landstraße A-369 Richtung Algeciras, nach 400 m in einen Feldweg, ca. 2 km). Zu der Kirche führt auch ein Wanderweg aus dem Büchlein der Touristeninformation.

Cueva de la Pileta: Diese Höhle in der Sierra del Líbar (bei Benaoján) ist eines der ältesten Zeugnisse menschlicher Besiedlung in Andalusien. Man kann sie besichtigen, die Führung dauert ca. 1 Std.

Ronda la Vieja: Die Ausgrabungsstätte des römischen Acinipo bietet u.a. die Reste eines römischen Theaters und ältere Funde, etwa eine phönizische Stadtmauer.

Wanderungen:

 Von Ronda aus kann man die drei Wandergebiete >> Sierra de Grazalema, >> Tal des Río Genal und >> Sierra de las Nieves schnell erreichen; auf markierten Wanderwegen sogar zu Fuß:
PR-A 221 Ronda - Cartajima (10,6 km, 4 Std., >>
Wanderung ab Cartajima)
PR-A 250 Ronda - Arriate (5,3 km, 2 Std.)
PR-A 251 Ronda - Montejaque (8,1 km, 3,5 Std.)
PR-A 253 Ronda - Benaoján (10,9 km, 3,5 Std.)

Einen weiteren Weg von Ronda nach Benaoján finden Sie bei den >> Wanderungen in der Sierra de Grazalema skizziert.

Die markierten Wanderwege in der Serranía de Ronda (auch die oben genannten) sind in einem Buch enthalten, das in spanischer und englischer Sprache u.a. in der Touristeninformation in Ronda erhältlich ist (Serranía de Ronda: Guía de Senderos bzw. A Guide to Footpaths, Editorial La Serranía); für zahlreiche Touren finden sich auch Beschreibungen auf der Website der Serranía de Ronda (>> hier).

Zehn Wandertouren, die direkt in Ronda starten, finden sich in deutscher Sprache auf der Website der Touristeninformation Ronda (>> hier); eine aktualisierte Fassung dieser Touren umfasst acht Routen und ist zur Zeit nur auf spanisch (>> hier) und englisch (>> hier) zugänglich.

© Jürgen Paeger 2005 - 2009
 

Die Wandergebiete von Ronda:
>> Sierra de Grazalema
>>
Tal des Río Genal
>>
Sierra de las Nieves

Weitere Städte:
>> Córdoba
>>
Granada
>>
Jerez de la Frontera
>>
Málaga

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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