Von Busquistar zum Cerrillo Negro

 Diese abwechslungsreiche Rundwanderung durch das wenig besuchte östliche Ende der Taha de Pitres führt vom Ort Busquistar erst in die Schlucht des Río Trevélez und dann über eine historische escarihuela (einem gepflasterten Serpentinenweg) auf den Aussichtsberg Cerrillo Negro mit weitem Blick auf die Sierra Nevada. Nach einem Panoramaweg mit Blick auf die Taha de Pitres geht es über eine weitere escarihuela zurück nach Busquistar.

Blick auf die Taha de Pitres mit den Orten Pitres, Pórtugos und Busquistar (Sierra Nevada, Andalusien, Spanien)Blick vom Weg auf das östliche Ende der Taha de Pitres mit den Orten Pitres, Pórtugos und Busquistar. Links im Bild das Tal des Río Trevélez. © Jürgen Paeger

Anspruch: +/++  Gehzeit: 3 Std.  Länge:10,4 km  Höhenmeter: 550

Charakter: Mittelgebirgstour zumeist auf Feldwegen und guten Pfaden, ein steiler An- und ein Abstieg auf gutem, mit großen Steinen gepflastertem Weg. Gut zwei Kilometer auf einem asphaltierten Landsträßchen (wenig Autoverkehr).

Wanderkarte: Mapa Excursionista y Turistica 1:40.000 Sierra Nevada (Editorial Alpina)

Einkehrmöglichkeiten: In Busquistar am Ende der Tour. Tipp: Bar Restaurante Paco am Ortsausgang Richtung Trevélez, etwas unterhalb der Hauptstraße.

Anfahrt: Bus: Dreimal täglich mit dem Linienbus (Alsa) ab Granada Busbahnhof nach Busquistar. PKW: Ab Motril bzw. Granada auf der A-44 bis zum Abzweig nach Lanjarón, von dort über Órgiva die A-4132 vorbei an Pampaneira nach Busquistar.

Übernachtung:
Casa Rural in Busquistar, Empfehlungen siehe >> hier.

Wanderkarte "Im Tal des Río Trevélez" bei Busquistar

Diese Wanderung beginnt am Dorfplatz in Busquistar: Wir gehen in die zementierte Straße, die rechts neben der Bar Vargas  bergab führt. Am unteren Ende, wo sie auf eine querverlaufende Straße führt, sind zwei Wanderwege ausgeschildert: Die „Ruta Medieval PR-A 299“ und der „Sendero del Helechal“. Wir gehen hier nach links und gehen in der ersten scharfen Rechtskurve in den nach links abgehenden Feldweg. Hier finden wir Wegweiser der „Ruta Medieval“, die uns wie auch gelb-weiße Markierungen bei der weiteren Orientierung helfen – dem markierten Wanderweg folgen wir bis zum Portichuelo de Castaras (siehe unten). Wir folgen dem Feldweg, der in seinem Verlauf zu einem breiten Weg wird, an verschiedenen Wegen nach rechts und links vorbei. Wo dieser breite Weg auf einen querverlaufenden Feldweg trifft, gehen wir auf dem schmalen Pfad geradeaus weiter – wieder der Markierung der „Ruta Medieval“ folgend. Dieser führt an einem Gehöft vorbei und führt dann zu einem zweiten Gehöft, vor dem der Weg nach rechts bergab abbiegt.

Der Weg führt jetzt tiefer im Tal des Río Trevélez entlang, überquert den Barranco del Tesoro und den Barranco de los Llanos, und kommt wieder an ein Tor; danach steigt er an und führt auf eine große Kastanie zu, wo er nach rechts abbiegt. Danach führt er an einer Ruine vorbei und führt durch ein kleines Wäldchen mit Zuflüssen, und nach einem weiteren Tor gelangen wir an eine Brücke über den Rio Trevélez (50 Min.).

Auf der anderen Seite sehen wir unseren Weg bereits den Berg hinaufführen: Hier beginnt die escarihuela del Portichuelo de Castaras. Eine escarihuela (auch “carreguëla” genannt) ist ein alter, mit Steinen gepflasterter Weg, der in Serpentinen steile Hänge überwindet, wie man ihn überall in Hochgebirgen, von den Anden bis Tibet, findet. Hier in den Alpujarras gehen die escarihuelas auf alte maurische Handelsrouten zurück, auf denen die Seide aus der Region zu den Häfen der Küste gebracht wurde. Unser Weg überquert einen Bachlauf und führt gleich danach zu einem zerfallenden Gehöft (1 Std.), vor dem der Weg nach rechts, bergan, abbiegt. Wir finden hier einen schönen Rastplatz mit Aussicht zurück nach Busquistar. Je höher wir kommen, desto beeindruckender wird auch der Ausblick auf die Hauptkette der Sierra Nevada.

Wir folgen dem weiterhin gelb-weiß markierten Weg, der nun stetig bergan führt und, vorbei an einem Weg nach rechts, in einer Viertelstunde zur Acequia de Almegíjar führt. Diese Wasserleitung gehört zu einem ausgedehnten Netz von Wasserleitungen, das noch auf die Mauren zurückgeht; die insgesamt 11 Kilometer lange Acequia bringt Wasser aus dem Río Trevélez zum Ort Almegíjar, wo sie die Gärten mit Wasser versorgt. Wenige Minuten nach der Acequia erreicht der Weg am Portichuelo de Castaras die Straße Trevélez – Juviles. Wir gehen hier nach rechts weiter, der A-4130 in Richtung Torvizcón folgend. Aber schon nach 300 Metern, wo die Straße anzusteigen beginnt, verlassen wir die Straße wieder und gehen auf Ziegenpfaden in ein Kiefernwäldchen hinein, an dessen rechten Rand wir uns halten. Bald finden wir hier einen breiteren, deutlichen Weg, der am Abgrund rechts von uns entlang und auf die Feuerwache auf dem Cerrillo Negro zuführt.

Wir folgen diesem Weg, der wenige Meter unterhalb der Feuerwache auf den Zufahrtsweg trifft und gehen zunächst der Aussicht wegen zur Feuerwache hinauf (1.40 Std.). Hier genießen wir den Ausblick ins Tal des Rio Trevélez, der jetzt nach Norden bis zum Ort Trevélez reicht und im Westen das östliche Ende der Taha de Pitres umfasst, bevor wir dann über den Zufahrtsweg wieder hinunter zur Straße gehen, die wir nach gut 10 Minuten erreichen.

Wir gehen nach rechts, und nun folgen gut zwei Kilometer Asphaltstraße. Obwohl ich persönlich eigentlich Wandern auf asphaltierten Wegen nicht mag, lenkt hier die gute Aussicht nach rechts über die andere Seite ab, so dass mir dieses Teilstück akzeptabel erscheint. Wer Asphaltstraßen für absolut unzumutbar hält, kann ein gutes Stück vermeiden, indem er sich (verbotenerweise - ein Schild verbietet den Zugang) einen Weg über das Gelände der alten, längst stillgelegten, Eisenmine sucht, sei aber gewarnt: Es existiert kein durchgehender Weg, sondern man muss teilweise Ziegenpfaden folgen und braucht ein gutes Orientierungsvermögen. Wir bleiben also besser auf der Straße, bis wir vorbei am anderen Eingang der Mine nach gut zwei Kilometern an den Abzweig nach Cástaras links kommen (2.30 Std.); genau gegenüber führt der Wanderweg GR-142 uns

Tal des Río Trevélez
Blick vom Wanderweg auf die terrassierten Hänge der Taha de Pitres und in das Tal des Río Trevélez.
Foto: Jürgen Paeger

zurück nach Busquistar. Der Ausschilderung zufolge dauert der Weg eine Stunde; nach einem sanften Beginn führt uns der Weg schließlich zu einer weiteren escarihuela, die

escarihuela de las minas (die ihren Namen - sie ahnen es schon - der alten Eisenmine verdankt). Nach rechts haben wir hier einen schönen Blick auf das Tal des Rio Trevélez und nach vorne auf Busquistar. Die escarihuela bringt uns steil nach unten zu einer Brücke über den Fluss (kurz vor der Brücke führt ein Pfad entlang des Flusses zu einem hinter Bäumen und einem Felsblock versteckten Badeplatz). Auf der anderen Seite folgen wir dem Weg, der uns in gut 15 Minuten Aufstieg in den Ort bringt. In Busquistar orientieren wir uns bergauf in Richtung Kirche, und von dort nach rechts gehend kommen wir wieder zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück.

Weitere Wanderungen:

In der Taha de Pitres und der Sierra de Mecina verläuft die Tour 25 aus dem >> Buch: Maurische Dörfer und Gärten; entlang des Oberlaufs des Río Trevélez verläuft die Tour 26: Der Forellenbach (>> mehr).

 

© Jürgen Paeger 2009 - 2016