Schmuggler

Rundwanderung von Jubrique nach Genalguacil

Das abgelegene, grüne Tal des Genal bot mit seinen dichten Wäldern schon seit maurischen Zeiten Schmugglern ausreichende Verstecke. Auf alten Wegen erkundet diese Wanderung das Tal, in dem heute vor allem Kastanien und andere Früchte angebaut werden.

Anspruch: +/++   Gehzeit: 4.15 Std.   Länge: 13 km


Charakter: Mittelgebirgstour auf guten Feldwegen und schmalen Pfaden.

Wanderkarte: Blatt 1064-IV (Gaucín) der Karte IGN 1:25.000

Einkehrmöglichkeiten: Bars und Restaurants in Genalguacil und Jubrique Tipps: Das Restaurante El Refugio in Genalguacil bietet eine schöne Aussicht und gute Hausmannskost, preiswertes Menü in der Venta Las Cruces (vor dem Ort; an der Stelle, wo der Wanderweg auf die Straße trifft).

Anfahrt: Bus: Ab Ronda Busbahnhof (Generales Comes, Tel. 952 871992). PKW: Ab Ronda oder Algeciras A-369, bei Algatocín Abzweig nach Genalguacil/Jubrique (MA-536; von Ronda 40 km); oder von Estepona MA-557 über den Puerto de Peñas Blancas nach Jubrique.

Übernachtung: In Jubrique Hotel Taha Baja (Tel. 952 152376) und Ferienwohnungen (Tel. 952 870739).

Hinweis: Gehzeiten ohne Ortsbesichtigungen, rechnen Sie Zeit dafür ein.

Diese Wanderung startet in Jubrique an der Hauptstraße, die den Ort durchquert. Wir gehen diese Straße abwärts, Richtung Río Genal/Ronda. Nach einer Viertelstunde, kurz nach dem Abzweig nach Faraján rechts, geht in einer Rechtskurve ein Feldweg nach links ab, in den wir einbiegen. Nach 50 m gehen wir links an einem Haus vorbei, und nach ein paar Minuten haben wir bei einem Weg von links einen wunderschönen Blick zurück auf Jubrique. Der Weg macht dann eine Rechtskurve, und bringt uns in einen Kiefernwald. Bei der ersten Verzweigung bleiben wir auf dem Hauptweg, einen Weg nach rechts und einen nach links passierend.

Wegskizze Wanderung Jubrique - Genalguacil - Jubrique

Zwei Minuten später kommen wir an ein Tor, kurz vor diesem Tor geht ein Pfad links ab, in den wir einbiegen. Durch Korkeichen und Olivenbäume bringt uns dieser Pfad bergab in Richtung des Río Monardilla, eines Zuflusses des Río Genal. Am Ende dieses Abstiegs kommen wir zu einem kleinen, zitronengelb gestrichenen Gehöft mit Orangenbäumen; vor diesem Gehöft biegt der Weg nach rechts ab zum Bach, den wir gleich darauf erreichen (45 Min.). Wir überqueren den Bach auf Trittsteinen, und folgen dem Weg nach rechts. Wir bleiben auf dem Hauptweg, der kurz darauf nach links den Hang hinaufführt. Nach 5 Min. Anstieg kommen wir an einen Feldweg, dem wir bergan nach rechts folgen.

Nach gut 10 Min. Anstieg kommen wir an einem weißen Haus vorbei, an dem ein Weg nach links abgeht; wir gehen geradeaus weiter. Unser Weg beginnt hier, bergab zu führen. Noch einmal 10 Min. später gehen wir durch ein Tor und kommen an die Straße nach Genalguacil. Auf dieser gehen wir nach links. Wir kommen nach einigen Minuten an einem weiß gestrichenen Gehöft rechts vorbei, und kurz darauf an einem eingezäunten Gelände. Direkt hiernach biegen wir in die unbefestigte Piste nach rechts ab, in die ein Hinweisschild „Benarrabá 4 x 4“ weist (also nicht dem Hinweisschild des PR-A 240 nach Genalguacil folgen). Kurz darauf trifft in einer Rechtskurve der Piste ein anderer Feldweg von links auf die Piste, in diesen biegen wir ein – gehen also nach links. Gleich im ersten Wegstück kommen wir an einem seit Jahren hier „vergessenen“ grünen Lieferwagen vorbei. Wir lassen alle Abzweigungen außer acht und folgen immer diesem Weg. Er führt sanft abwärts durch schöne Kastanienhaine, vor uns sehen wir den Ort Benarrabá auf der anderen Seite des Tal des Río Genal. Bald können wir auch einen Blick direkt in diese Tal werfen, sehen die Pappeln, Felder und Gehöfte im Tal. Nach knapp einer halben Stunde auf diesem Weg heißt es aufgepasst: Wir kreuzen einen markierten Wanderweg. An der Stelle sind zwei Korkeichen, eine links und eine rechts des Weges, mit weißen Pfeilen nach links versehen, und ein Holzpfahl mit weiß-gelber Wegmarkierung steht am Wegesrand – hier müssen wir nach links in den Pfad einbiegen, der jetzt bergauf führt.

Nach 10 Minuten recht steilem Anstieg durch Wald hindurch öffnet sich der Blick nach rechts auf die von hier aus dreieckig erscheinende Sierra Crestellina. Nach ca. 20 Minuten auf diesem Pfad sehen wir erstmals Genalguacil vor uns. Der Pfad führt dann durch terrassiertes Gelände mit schönen großen Korkeichen. Wenn er auf einen Feldweg trifft, geht es 5 m vor dem Tor nach rechts ab. Der Pfad macht einen Bogen um das vor uns liegende Gehöft herum und bringt uns dann zu dem Feldweg zurück. Dieser wird 10 m später von einer Stromleitung mit metallenen Masten, die quer über das Tal führt, überquert. Der Weg macht dem Tal folgend einen Bogen nach rechts. Bei dem metallenen Mast auf der anderen Talseite steht rechts ein altes Bauernhaus, und links biegt ein Pfad ab. In diesen biegen wir ein. Er steigt ein kurzes Stück kräftig und danach sanft an, bis er in einen Feldweg mündet, der uns vorbei an einem Sportplatz zur Straße nach Genalguacil bringt. Wir gehen nach rechts zum Ort (2.30 Std.). Dabei sollten wir bereits an diesem Straßenstück auf die ersten Kunstwerke achten, z.B. einen Totempfahl, eine Wetterfahne und andere mehr.

Genalguacil mit seinen knapp 600 Einwohnern bietet ein ursprüngliches Ortsbild. Fliesenbilder an den Häusern erzählen von Natur, Kultur, Geschichte und Gebräuchen des Orts. Überraschender

Genalguacil, ein weißes Künstlerdorf im Tal des Río Genal. Links der Ort und eine seiner weißen Gassen, rechts zwei der im Ort anzutreffenden Kunstwerke.
© Jürgen Paeger

(Zum Ansehen der Fotogalerie auf die Lupe oder das entsprechende Foto klicken.)

sind aber die Kunstwerke, die wir überall in den Straßen antreffen: In Genalguacil lebt eine recht aktive Künstlergruppe, die mehrere „Encuentros de Arte del Valle del Genal“ (Kunstbegegnungen im Tal des Genal) veranstaltet hat. Am Ortseingang sind auf einer Fliesentafel alle Kunstwerke und ihre Standorte dargestellt. Der Ort besitzt eine lange Geschichte, die bis zu den Phöniziern zurückreicht. Sein Name kommt vom arabischen Gen-al-Wazir, den „Gärten des Wesirs“. Zu maurischer Zeit soll hier ein mächtiger Verwalter seinen Sitz gehabt haben. Unser Weg führt uns schließlich zu der dreischiffigen Dorfkirche Iglesia de San Pedro de Verona mit einem interessanten achteckigen Turm. In der Kirche sind 1570 während des Maurenaufstandes die alten Männer, Frauen und Kinder, die sich hierhin geflüchtet hatten, verbrannt worden; als grausame Rache für die Greueltaten der Christen. Rechts von der Kirche kommen wir durch einen Torbogen zu dem schönen Plaza de la Constitución, einem Platz mit schöner Aussicht auf des Genal-Tal und zurück nach Benarrabá. Wer sich stärken möchte, findet durch den kleinen Torbogen auf dem Platz und dann treppab das schön gelegene einfache Restaurant El Refugio, wo es zu ähnlicher Aussicht auch Getränke und gute Hausmannskost gibt.

Für den Rückweg gehen wir entweder zum Ortseingang zurück und biegen dort in die mit einem Tempo-30-Schild versehene Straße nach links bergan ein, oder – falls wir bereits im oberen Ortsteil sind – gehen auf der breiten Straße mit Supermärkten und Bar zurück in Richtung des Ortseingangs. Wir müssen den Feldweg finden, der oberhalb der Straße, auf der wir gekommen sind, aus dem Ort herausführt; von unten gehen wir dazu in die erste Straße links (Calle de los Castaños), die in diesen Feldweg übergeht. Kurz nach dem Beginn sehen wir auch einen Wegweiser „PR-A 241 Jubrique 2 h“. Nach 200 m geht es vor einem weißen Haus links weg; auch danach bleiben wir bei allen Abzweigungen immer auf dem Hauptweg.

Etwa 40 Min. nach dem Start in Genalguacil kommen wir an eine kleine Häusergruppe mit terrassierten Gärten. Nach den Häusern geht ein Weg nach rechts ab, aber wir bleiben immer noch auf unserem Weg, der nach links, weiter bergab, führt. Noch einmal fast 10 Minuten später kommen wir an der „Hacienda Los Perales“ vorbei, bald hiernach beginnt unser Weg, stärker abzusteigen. Am Ende dieses steileren Abstieges, genau an der tiefsten Stelle dieses Weges, der danach anzusteigen beginnt, geht ein Weg nach links ab (an dieser Stelle überquert auch eine Stromleitung unseren Weg); in diesen biegen wir ein. Nach 100 m, vor einem Tor, geht ein Pfad nach rechts ab – hier geht es weiter. Über einen teil gepflasterten Weg geht es jetzt abwärts durch schöne Vegetation zu einem kleinen Zufluss des Río Monardilla; der Weg verläuft dann noch kurz parallel zu diesem Tal, bis er schließlich zu dem Fluss kommt (3.45 Std.).

Hier sollten wir nun noch eine letzte Rast einlegen, dieser Platz lädt förmlich dazu und zu näherer Erkundung ein. Links finden wir eine Holzbrücke, über die der Weg weitergeht, sowie einige kleine Becken, die Gelegenheit zu einem erfrischenden Bad bieten. Rechts finden wir die Ruinen einer alten Wassermühle sowie einige Orangenbäume.

Wanderweg von Río Monardilla nach Jubrique

Der weitere Weg führt von der Holzbrücke nach rechts, jetzt immer bergan. Er ist wieder gepflastert und bringt uns – nach 10 Min. einen Feldweg überquerend, nach weiteren 10 Min. an einem Gehöft rechts – in knapp einer halben Stunde durch die Gärten unterhalb des Ortes zu den untersten Häusern von Jubrique, wo wir einer der beiden Straßen nach links folgen, die uns wieder zur Hauptstraße bringen, wo wir nach links zum Ausgangspunkt zurückkommen (4.15 Std.).

Jubrique (750 Einwohner) geht auf arabische Wurzeln zurück. Seinen größten Reichtum erreichte der Ort im 19. Jahrhundert, als der Weinanbau und die Tresterbrennerei ihren Höhepunkt erreichte, hier hat es 70 Brennereien gegeben. (Es ist wohl kein Zufall, dass die einzige noch bestehende Brennerei in Ronda einer Familien aus Jubrique gehört.) Im Ort ist die Kirche San Francisco besuchenswert; auf Keramiktafeln ist die Ortsgeschichte dargestellt.

Gepflasterter Weg vom Río Monardilla nach Jubrique.
© Jürgen Paeger

Weiter zu:

>> Wandergebiet Tal des Río Genal
     >> Wanderung
Durch die Kastanienhaine des Genal - Von Parauta zum Río Genal
     >> Wanderung
Die Gärten des Wesirs - Von Benarrabá nach Genalguacil

© Jürgen Paeger 2005