Die Gärten des Wesirs

Von Benarrabá nach Genalguacil

Diese Rundwanderung führt durch die  grünen Mittelgebirgslandschaften des Berglands südlich von Ronda. Wir durchwandern das Tal des Río Genal und zwei ursprüngliche Bergdörfer.

Anspruch: ++   Gehzeit: 4 Std.   Länge: 11 km


Charakter: Mittelgebirgswanderung auf meist guten Wegen, mit zwei längeren Steigungen

Wanderkarte: Blatt 1064-IV (Gaucín) der Karte IGN 1:25.000

Einkehrmöglichkeiten: In Genalguacil (Tipp: Restaurante El Refugio) und Benarrabá (Tapas-Bars, Restaurants)

Unterkunft: **Hotel Banú Rabbah, Benarrabá, Tel. 952 15 02 88 (www.hbenarraba.es)

Anfahrt: Mit dem Bus: Verbindungen ab La Linea und Ronda (Transportes Comes). Mit dem Auto: Benarrabá liegt nahe der A 369 Ronda – Algeciras, Abzweig 5 km vor bzw. nach Gaucin.

Hinweis I: Bei hohem Wasserstand (im Frühjahr nach regenreichen Wintern) müssen Sie ggf. bei 2 Flussüberquerungen die Schuhe ausziehen und barfuss waten.

Hinweis II: Da diese Tour eine Acht beschreibt, kann sie auch in Form zweier jeweils 2stündiger Wanderungen durchgeführt werden: Benarrabá – Río Genal – Benarrabá und Genalguacil – Río Genal – Genalguacil.

Ausgangspunkt dieser Wanderung ist das Hotel Banú Rabbah in Benarrabá, das am Ortsende neben der Schule und einem Sportplatz liegt (ausgeschildert). Von hier aus geben wir zurück in

Richtung Ort. An der ersten Weggabelung biegen wir in die rechts bergab führende Straße ein, und dann in die erste Straße nach rechts (Calle Sol). Dieser Straße folgen wir immer talabwärts; an ihrem Ende stoßen wir auf Wegweiser der „Ruta Río Genal“ und des PR-A 240 nach Genalguacil.

Wegskizze Benarrabá - Genalguacil - Benarrabá

Wir folgen dem hier beginnenden breiten Weg bergab; die weißen Pfeile und die weiß-gelben Markierungen des Wanderwegs begleiten uns. Einen ersten Abzweig nach links ignorieren wir. Bald sehen wir Genalguacil vor uns. Gut 20 Minuten nach dem Start kommen wir zu einem Abzweig nach rechts (bei den Ruinen eines Tores links des Weges). Auch hier bleiben wir auf unserem nun in Kehren nach links und dann nach rechts bergab führenden Weg. Dieser führt weiter bergab, bis er durch ein Drahttor führt. Danach beginnt ein kurzer Anstieg, und kurz darauf verlassen wir den breiten Weg und biegen in einen schmaleren Weg ein, der nach links bergab führt. Der Abstieg ist recht steil. Bald sehen wir vor uns einen Bach, den Arroyo del Infiernillo, den wir kurz darauf erreichen und überqueren. Dann trifft unser Weg auf einen Feldweg, wir folgen diesem nach rechts. Auf dem Feldweg kreuzen wir den Bach ein zweites Mal und kommen dann zu einer Brücke über den Río Genal (1 Std.).

Hier zeigen verschiedene Wegweiser die hier beginnenden Wege an; wir verlassen hier die „Ruta Río Genal“ und folgen dem Weg nach Genalguacil: Nach der Brücke gehen wir nach links; der Weg führt dann nach gut 100 m in einen (meist trockenen) Nebenarm des Río Genal. Nach ca. 40 m im Flussbett verlässt er dieses wieder, und 10 m danach

Tal des Río Genal

Tal des Rio Genal. © Jürgen Paeger

Blick in die Sierra Crestellina

Blick auf die Sierra Crestellina.
© Jürgen Paeger

(Wegweiser) biegen wir in einen Pfad nach rechts ein, der durch das Ufergebüsch führt. Der Pfad führt den Hang hinauf, links liegt ein Pappelwäldchen, rechts steht ein Haus. Dieser Pfad steigt nun durch dichten Wald recht steil an. Nach 10 Minuten überquert der Pfad neben dem Eingang zu einer Finca einen Feldweg, nach 2 Minuten überquert er den Feldweg noch einmal. Wir folgen weiter dem Pfad, der nun in einem tief eingeschnittenen Hohlweg verläuft. Nach gut 10 Minuten wird der Anstieg weniger steil und die Vegetation lichter, und erlaubt ab und an einen Blick auf das rechts von uns liegende Tal des Río Genal. Besonders auffällig ist die vom Norden her dreieckig scheinende Sierra Crestellina (hier verläuft die Tour 15 aus dem Buch). Bald danach verläuft der Pfad eben, und die Sicht nach rechts begleitet uns dauerhaft. Dann biegt er in ein Seitental ein und quert dieses. Anschließend trifft er auf einen Feldweg, dem wir nach rechts folgen. Wenige Meter später biegen wir wieder in einen Pfad nach rechts ein. Dieser macht einen Bogen um das vor uns liegende Gehöft herum und bringt uns dann zu dem Feldweg zurück. Dieser wird 10 m später von einer Stromleitung mit metallenen Masten, die quer über das Tal führt, überquert. Der Weg macht dem Tal folgend einen Bogen nach rechts. Bei dem metallenen Mast auf der anderen Talseite steht rechts ein altes Bauernhaus, und links biegt ein Pfad ab. In diesen biegen wir ein.

Er steigt ein kurzes Stück kräftig und danach sanft an, bis er in einen Feldweg mündet, der uns vorbei an einem Sportplatz zur Straße nach Genalguacil bringt. Wir gehen nach rechts zum Ort. An einer Gabelung mit Tempo-30-Schild wählen wir die Straße nach rechts und kommen so in den Ortskern von Genalguacil (2 Std.).

Genalguacil, ein weißes Künstlerdorf im Tal des Río Genal. Links der Ort und eine seiner weißen Gassen, rechts zwei der im Ort anzutreffenden Kunstwerke.
© Jürgen Paeger

(Zum Ansehen der Fotogalerie auf die Lupe oder das entsprechende Foto klicken.)

Das kleine Örtchen mit ca. 650 Einwohnern bietet ein ursprüngliches Ortsbild. Fliesenbilder an den Häusern erzählen von Natur, Kultur, Geschichte und Gebräuchen des Orts. Überraschender sind aber die Kunstwerke, die wir überall in den Straßen antreffen: In Genalguacil lebt eine recht aktive Künstlergruppe, die mehrere „Encuentros de Arte del Valle del Genal“ (Kunstbegegnungen im Tal des Genal) veranstaltet hat. Am Ortseingang sind auf einer Fliesentafel alle Kunstwerke und ihre Standorte dargestellt. Der Ort besitzt eine lange Geschichte, die bis zu den Phöniziern zurückreicht. Sein Name kommt vom arabischen Gen-al-Wazir, den „Gärten des Wesirs“. Zu maurischer Zeit soll hier ein mächtiger Verwalter seinen Sitz gehabt haben. Unser Weg führt uns schließlich zu der dreischiffigen Dorfkirche Iglesia de San Pedro de Verona mit einem interessanten achteckigen Turm. Rechts von der Kirche kommen wir durch einen Torbogen zu dem schönen Plaza de la Constitución, einem Platz mit schöner Aussicht auf des Genal-Tal und zurück nach Benarrabá. Wer sich stärken möchte, findet durch den kleinen Torbogen auf dem Platz und dann treppab das schön gelegene einfache Restaurant El Refugio, wo es zu ähnlicher Aussicht auch Getränke und/oder ein Essen gibt.

Der Rückweg beginnt auf diesem Platz. Wir gehen durch den Torbogen links der Kirche (durch den wir auch gekommen sind) und kommen geradeaus zu einem kleinen Aussichtspunkt, vor dem ein Zementweg nach rechts wegführt. Das ist unser Weiterweg, wir gehen also den Betonweg neben dem Mirador herunter und biegen sofort in den nach rechts führenden Weg ein. Dieser geht in einen z. T. mit großen Steinen gepflasterten Pfad über, der links an den Häusern vorbei bergab führt. Im weiteren Verlauf gehen immer wieder schmale Pfade zu den Gärten links und rechts des Weges ab; wir folgen immer dem breiter werdenden, bald gepflasterten Weg bergab. Dieser führt durch ein buntes Gemisch aus Korkeichen, Oliven- und Obstbäumen sowie Agaven und Feigenkakteen direkt am Weg. Der Weg führt an einem Haus vorbei, auch hier geht es auf dem

Hauptweg, d.h. links weiter. Bald danach kommen wir an einem weiteren Häuschen vorbei, gleich darauf weitet sich der Weg und wir sehen den Río Almarchal vor uns. Dann, nach insgesamt knapp einer halben Stunde Abstieg, trifft er auf einen Feldweg. Kurz vorher sehen wir am Fluss die Reste einer (den Dorfbewohnern zufolge: römischen) Brücke. Dem Feldweg folgen wir nach rechts ins Tal des Río Almarchal (2.30 Std.). Bevor wir in das Eukalyptusgebüsch gelangen, verlassen wir den Feldweg und gehen nach links auf ein weißes Gehöft zu. Vor diesem überqueren wir den Fluss (bei hohem Wasserstand müssen wir dazu die Schuhe ausziehen und barfuss durch den Fluss waten) und setzen unseren Weg in der Gehrichtung fort. Ca. 25 m vor der Brücke sehen wir einen Pfad, der nach rechts durch das Ufergebüsch führt. In diesen biegen wir ein. Der Pfad beginnt als Pflasterpfad dem Hang empor zu führen. Wir gehen links an einem Haus vorbei und setzen den steilen Aufstieg dann unter Korkeichen fort. Nach einigem Minuten Aufstieg mündet der Pfad in einen Forstweg, dem wir nach links bergauf folgen. Der Weg steigt zunächst weiter sanft an und verläuft dann mehr oder weniger eben. Nach rechts haben wir eine schöne Aussicht auf die Orte Benarrabá, Algatocin und Genalguacil. Nach gut 10 Minuten gabelt sich der Weg vor einem verlassenen Gehöft, wir gehen nach rechts. Ab hier beginnt ein sanfter Abstieg durch schöne beweidete Korkeichenwälder, der uns in 20 Minuten in das Tal des Genal führen wird. Im Tal stößt unser Weg auf eine

Brücke am Río Almarchal

Die “römische Brücke” am Río Almarchal.
© Jürgen Paeger

querverlaufende Piste, der wir nach links folgen. Diese bringt uns zunächst zum Río Almarchal und führt durch den Fluss (was bei hohem Wasserstand wieder heißen kann: Schuhe aus). Auf der anderen Seite bringt er uns zur Brücke über den Río Genal (3.15 Std.), die wir bereits auf dem Hinweg überquert haben. Hier gehen wir nach links und folgen nun immer der bergauf führenden schmalen Schotterpiste. Auf dieser kommen wir nach 5 Minuten durch ein Drahttor und kurz darauf zu einer Quelle rechts des Weges. Nach ca. 15 Minuten Aufstieg kommen wir zu zwei metallenen Masten einer Stromleitung links des Weges. 10 m nach dem zweiten Mast geht ein Forstweg nach rechts ab, in den wir einbiegen. Dieser kreuzt eine Abkürzung der Schotterpiste und führt als Fußweg weiter bergauf in den Eichenwald. Hier beginnt nun der letzte Anstieg, der uns zunächst recht steil, später dann etwas sanfter zurück nach Benarrabá bringt. Nach einem letzten, kurzen steilen Anstieg mündet er bei der Schule nahe dem Ausgangspunkt auf die Straße. In Benarrabá angekommen (4 Std.), sollten wir nicht versäumen, auch hier noch einen Rundgang durch den Ort zu machen. Der Ort ist eine maurische Gründung, der Name stammt vom Banú Rabbah (Söhne des Rabbah). Eine Legende besagt, dass das Castillo mit dem von (5 km entfernten) Gaucín mit einem unterirdischen Gang verbunden gewesen sein soll. Vom Castillo ist heute nichts mehr übrig, der Ort ein unverfälschtes weißes Dörfchen. Am Rathausplatz finden sich einige Bars, in denen wir uns auf typisch andalusische Art bei Tapas von den Anstrengungen des letzten Anstiegs erholen können.

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© Jürgen Paeger 2004 - 2005