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Der Oberlauf des Genal, Teil 2: Júzcar, Pujerra, Cartajima
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Die Wanderung führt abwechslungsreich durch Flusstäler, Kastanienhaine und Plätze mit weiter Aussicht, hier zwischen Júzcar und Pujerra in das Tal des Río Genal. © Jürgen Paeger
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Anspruch: ++ Gehzeit: 4.45 Std. Länge: 14 km
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Charakter: Mittelgebirgstour zumeist auf Feldwegen und guten Pfaden - aber einem kurzen weglosen Stück und einigen längeren Anstiegen: Zwischen den Dörfern geht es hinab zu Flüssen, anschließend dann wieder hinauf in den nächsten Ort.
Wanderkarte: Blatt 1065-I (Igualeja) der Karte IGN 1:25.000
Einkehrmöglichkeiten: Bars oder Restaurants in den durchwanderten Dörfern Tipp: Für eine Genusswanderung richten Sie es so ein, dass Sie zum Mittagessen im hervorragenden Restaurante Bandoleros des gleichnamigen Hotels in Júzcar sind.
Anfahrt: Bus: Ab Ronda Busbahnhof (Lara, Tel. 952 872260). PKW: Ab Ronda oder San Pedro de Alcantara A-397, Abzweig nach 13 km ab Ronda auf die MA-7306 und MA-7303 (von Ronda etwa 25 km).
Übernachtung: Die Tour kann man vom Standort Ronda aus machen (Tipps siehe >> Ronda) oder von den Dörfern am Rand der Tour aus (da dieses eine Rundwanderung ist, ist der Startort beliebig): In Júzcar gibt es das angenehme Landhotel Bandoleros (Tel. 952 183660); in allen Orten werden zudem Ferienwohnungen vermietet, Kontakt CIT Ronda, Tel. 952 870739.
Hinweis: Viele Wegabschnitte führen - auf öffentlichen Wegen - durch Privatgelände; daher sollten Sie weder Kastanien noch Obst von den Bäumen als Proviant betrachten oder sammeln. Gehzeiten ohne Ortsbesichtigungen, rechnen Sie zusätzliche Zeit dafür ein. Der Weg kann mit der >> vorherigen Tour zu einer längeren Tour verbunden werden, dieses ist aber nur geübten Wanderern mit Drang nach vielen Tageskilometern zu empfehlen.
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Der früher an dieser Stelle beschriebene Wanderweg PR-A 225 wurde im Jahr 2009 bis hinunter zum Río Genal asphaltiert – er könnte nun Fahrradfahrer interessieren, ein Wanderweg ist es nicht mehr. Aber es gibt eine Alternative, die zwar länger, aber auch schöner als der alte Weg ist. Dieser Weg beginnt in Júzcar an der Kirche Santa Catalina (der Weg dahin ist von der Hauptstraße ausgeschildert, die Kirche leicht zu erkennen).
Hier folgen wir der am Kirchplatz beginnenden Calle San José bergab, bis diese nach knapp 200 Metern eine scharfe Linkskurve macht und danach wieder anzusteigen beginnt. In dieser Linkskurve finden wir einen Pfad, der nach rechts abgeht - in diesen biegen wir ein. Nach einem Schwenk führt dieser in das Tal eines Bächleins, das aus dem Ort kommt, überquert diesen und führt dann in das Tal des Río de Júzcar. Wir gehen an einem Pfad nach links vorbei und kommen zu einer weiteren Weggabelung bei einem Haus: Hier gehen wir nach links, links an dem Haus vorbei. 10 Minuten nach dem Start trifft unser Weg auf einen Feldweg. Hier gehen wir nach links (der Weg nach rechts trifft schließlich auf die Piste, die nach links zum Campingplatz Virgen de Moclón am Río Genal und weiter nach Júzcar führt, aber das ist eine andere Tour). Kurz darauf geht nach links ein zementierter Weg ab, der wieder nach Júzcar zurückführt (für Freunde hässlicher Abkürzungen: Vom Hotel Bandoleros
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die Straße abwärts kommt man schneller, aber eben auf zementiertem Weg, an diese Stelle). Wir folgen unserem Weg, der vor Ort als camino de las Alcoberías bekannt ist, bergab. Dieser Weg geht in einen Pfad über, der immer schmaler wird. Wenn dieser zu enden scheint, finden wir ein schmales Pfädchen steil den Hang hinunter in einen Wald führen. Es ist kaum zu glauben, dass dieser Weg einst zum Maultierweg von Ronda zur Küste von Estepona gehört haben soll, aber den alten Karten zu Folge war dies der Fall. Dieses mit etwas Vorsicht anzugehende Stück ist jedoch nicht lang; vor einem Tor folgen wir einem besseren Pfad nach rechts. Auf diesem kommen wir an eine Weggabelung; wir folgen dem Weg nach links, bergan. Der schmale Pfad führt bald mehr oder weniger eben immer am Hang entlang, begleitet vom Rauschen des Río de Júzcar. An der nächsten Weggabelung gehen wir nach rechts, an einem Weg nach links den Hang hinauf vorbei. Danach beginnt der Weg abzusteigen, wird dafür aber breiter. Der Weg führt an den Río Genal, an dieser Stelle gehen wir nach rechts, an einem Zaun entlang. Dieser Pfad bringt
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uns nach einem kurzen Abstieg an seinem Ende zu einer schmalen Pontonbrücke über den Río Genal. Wir überqueren diese vorsichtig, auf der anderen Seite führt uns der Weg sogleich an einem Tor vorbei zum arroyo de la Hiedra, den wir auf Trittsteinen überqueren. Auf der anderen Seite dieses Baches führt der Weg zu einer Ebene mit Orangen- und Mandarinenbäumen, die wir weglos parallel zum Fluss überqueren und an deren Ende wir auf einen Feldweg stoßen. Nach rechts ist dieser durch ein Tor versperrt (wir sehen ein Haus jenseits des Tores), links führt er durch den Bach. Wir gehen hier geradeaus auf dem Pfad, der bergan führt. Etwa 200 Meter weiter heißt es aufgepasst: Geradeaus geht es zu einem Aussichtspunkt über das Tal des Genal, der eigentliche Weg biegt aber nach links ab und führt weiter bergan. Wo er eine Wasserleitung überquert (die jetzt durch einen dicken Gummischlauch ersetzt wird), können wir dieser nach links folgen und kommen durch ein Tor zu einer Stelle, an der wir einen schönen Ausblick auf einen kleinen Wasserfall haben (der “chorrera de la Zanara”). Wieder zurück auf dem Weg, steigt dieser auf einem Bergrücken an (die Karte verrät uns, dass dieser Bergrücken die “loma de la Corona” ist); zweimal stößt der Weg links an einen
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Die Brücke über den Río Genal. © Jürgen Paeger
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Zaun und verläuft ein kurzes Stück an seiner rechten Seite. Wenn er das dritte Mal an den Zaun stößt und der Weg einen alten Dreschplatz überquert (ein runder, mit Steinplatten belegter Platz), heißt es aufgepasst: Beim nächsten Tor geht es nach links durch ein Tor im Zaun. An dieser Stelle sehen wir rechts eine Mauer, die zum halb verfallenen „Los Casarones“ gehört – wenn wir zu dem Haus rechts des Weges gelangen, haben wir das Tor übersehen und müssen ein paar Meter zurückgehen, um dieses zu finden. (Der Weg an dem Haus vorbei führt weiter nach rechts die Begrenzungsmauer entlang und gabelt sich etwas später, der rechte Weg führt zu den Ruinen der aufgegebenen maurischen Siedlung Moclón. Auch wo heute die Ruine von Los Casarones steht, soll es einst eine maurische Siedlung namens Cenay gegeben haben).
Wir gehen also durch das Tor und folgen dem Weg, der erst eben parallel zum Zaun verläuft, bald aber in das Tal des arroyo de la Hiedra abzusteigen beginnt. An einer Gabelung geht es nach links bergab, der Weg überquert dann eine acequia (Wasserleitung) und führt hier nach rechts weiter abwärts auf den Fluss zu. Wir gehen durch ein Tor, überqueren den Fluss und gehen wieder durch ein Tor; danach führt der Weg recht steil bergan. Der Weg gabelt sich, wir gehen nach rechts. 200 Meter weiter kreuzt der Weg eine weitere Wasserleitung, wir gehen weiter bergan. Der Weg trifft dann bald auf einen Forstweg, dem wir nach rechts – bergan - folgen. An einer nächsten Gabelung gehen wir nach links; 50 Meter weiter geht es durch ein Tor; und ab hier müssen wir nur noch dem Hauptweg folgen, der uns mit schönen Aussichten auf die im Norden gelegene Sierra del Oreganal und den Oberlauf des Río Genal nach Pujerra (2 Std.) führt.
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Durch die Kastanienhaine von Pujerra; mit Ausblick auf die Sierra del Organal. © Jürgen Paeger
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Pujerra (360 Einwohner) bietet ein intaktes Ortsbild mit seinen verwinkelten Gassen, die auf die maurische Vergangenheit des Ortes verweisen. Die Kirche Espíritu Santo stammt aus dem 16. Jahrhundert, der Turm aus dem 18. Jahrhundert. Der Westgotenkönig Wamba lebte vor seiner Machtergreifung in diesem Ort; heute rühmt er sich, die beste Banda de Musica aller Orte hier zu haben. Passend dazu gibt es auch einen eigenen Volkstanz, die Fandangos de Pujerra (am leichtesten beim Ortsfest, der Feria de San Antonio vom 13. - 16. Juni zu sehen).
Von Pujerra nach Cartajima folgen wir zunächst - bis zum Río Genal - dem “überlebenden” Teilstück des markierten Wanderwegs PR-A 225. Hierzu müssen wir in Pujerra die Calle Arrieros finden. Wahrscheinlich haben Siediese bereits gesehen, als Sie in den Ort gegangen sind; wenn nicht: Die Straße beginnt links des Dorfplatzes, der Plaza Alameda, biegt dann nach recht und geht in einen steil bergab führenden betonierten Weg über, der zu dem mit einem Kreuz versehenen Aussichtspunkt Mirador de la Cruz führt. Hier folgen wir dem Weg bergab an der linken Seite eines Baches, der sich etwas später als zugewachsener Feldweg entpuppen wird. Wir kommen an einem durch ein Tor versperrten Abzweig nach links vorbei, danach an einem weiteren Abzweig und gelangen nach etwa 20 Minuten auf diesem Weg an die Straße von Júzcar nach Pujerra. Der Weg setzt sich an der anderen Straßenseite als Pfad fort und führt vorbei an einem Tor; der Pfad schlängelt sich dann den Hang hinunter. Wir gelangen nach gut 10 Minuten an den Río Genal, den wir auf der Brücke überqueren. Links von dem kleinen weißen Kontrollhäuschen für Angler finden wir eine schmale Piste, die bergan führt: Das ist der Weg, auf dem wir nach Cartajima gelangen werden (den markierten Wanderweg verlassend, der einfach der Straße nach Júzcar folgt). Es beginnt ein langer, stetiger Anstieg. Es mag ein Trost sein, dass auch dieser Weg eine lange Geschichte hat: Wir gehen auf einem alten Viehtriebsweg, der von der Küste nach Cartajima und Ronda führt(e). Nach gut einer halben Stunde gelangen wir an eine Wegkreuzung, zwei Wege von rechts und zehn Meter weiter einer von links münden in unseren Weg. Wir gehen immer weiter auf dem Hauptweg, „Leitstern“ ist die Cancha Amola vor uns. Der Anstieg ist jetzt weniger stark und teilweise auch eben; einige Minuten später sehen wir erstmals die Orte Cartajima (und
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Blick auf Cartajima mit der Cancha Armola im Hintergrund. © Jürgen Paeger
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in der Ferne Parauta) vor uns; der Weg führt zu einem Aussichtspunkt vorbei, an dem wir entweder links vorbei- oder über den Aussichtspunkt und die Treppe auf der anderen Seite herunter weitergehen. Immer auf dem Hauptweg bleibend gelangen wir vorbei an der Villa El Quinze nach Cartajima (siehe >> hier, 3.45 Std.).
Um von Cartajima zurück nach Júzcar zu gelangen, folgen wir dem Wanderweg PR-A 224: Dazu müssen wir den Ort auf dem gleichen Weg, auf dem wir in ihn hineingelangt sind, wieder verlassen. An einer Weggabelung neben einem Strommasten gehen wir nach rechts, ebenso wie an der folgenden Weggabelung (an dieser Stelle verlassen wir also den Weg, auf dem wir gekommen sind). Rechts vom Weg dominiert die Karstlandschaft der “Riscos de Cartajima” das Landschaftsbild; nach jeweils etwa 300 Metern kommen wir an
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Blick auf die Riscos de Cartajima. © Jürgen Paeger
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zwei weitere Weggabelungen: Bei der ersten geht es nach rechts, bei der zweiten nach links. Wir bleiben immer auf dem Weg, der zum Fluss führt und erreichen diesen auch bald: Es ist der große Teile des Jahres trockene Arroyo Blanco (4.15 Std.). Wir überqueren den Bachlauf und gehen auf der anderen Seite durch ein Tor; der Weg verläuft zunächst zwischen zwei Zäunen und stößt nach ein paar Minuten nahe einem Tor auf einen Feldweg. Hier gehen wir nach rechts. Kurz darauf führt auch unser Weg durch eine Tor; wir gehen durch dieses hindurch und bei einem Abzweig nach links kurz darauf weiter geradeaus und bergan. Wir kommen an der Ruine eines riesigen Kalkbrennofens rechts vom Weg vor, und unser Weg geht in einen Feldweg über, der uns an die Straße Cartajima – Júzcar bringt. Dieser folgen wir ein kurzes Stück nach links, bis nach rechts ein betoniertes Sträßchen abgeht, auf dem wir nach Júzcar gelangen (4.45 Std.).
Júzcar ist mit 300 Einwohnern etwas größer als die bisher besuchten Orte, die Hanglage sorgt für ein verschachteltes Ortsbild mit der Kirche Santa Catalina (16. Jahrhundert) als herausragendem Bauwerk. Auffällig sind in Júzcar die hoch über die Dacher ragenden Schornsteine. Nahe Júzcar nahm 1731 am Río Genal die erste spanische Blechfabrik, die “Real Fábrica de Hojalata” ihren Betrieb auf. Eisen wurde damals mit Holzkohle geschmolzen, der Ort wurde aufgrund seines Holzreichtums als Standort für die Fabrik ausgewahlt. Da in Spanien damals der Prozess unbekannt war, wurden zwei Ingenieure aus der Schweiz und etwa 30 deutsche Arbeiter angeheuert, insgesamt waren ca. 200 Menschen in der Fabrik beschäftigt. Angeblich wurden die fertigen Waren mit Kamelen transportiert, die mehr tragen konnten als Esel und Maultiere und eigens von der Regierung in Madrid zur Verfügung gestellt wurden. Später war die Fabrik gegen die Wettbewerber aus Asturien und dem Baskenland chancenlos und musste den Betrieb einstellen. Heute ist die Haupteinnahmequelle des Ortes wie in allen Dörfern die Kastanienhaine.
Weitere Wanderungen im Gebiet: >> Die Kastanienwälder des Río Genal, Teil 1: Cartajima, Igualeja, Parauta
>> Wandergebiet Tal des Río Genal >> Wanderung Die Route der Schmuggler - Von Jubrique nach Genalguacil >> Wanderung Die Gärten des Wesirs - Von Benarrabá nach Genalguacil
© Jürgen Paeger 2005 - 2009
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