Eine längere Variante der Tour 23

Auf dieser Tour wandern wir den Poqueira hinauf und erkunden dann den Río Toril, der an seinem Zusammenfluss mit dem Río Naute den Poqueira bildet. Am Oberlauf des Toril folgen wir auf einem der schönsten Wanderwege in der Alpujarra einem alten Bewässerungskanal zurück in das Tal des Poqueira.

Blick auf Capileira, Bubión und Pampaneira (Alpujarra, Sierra Nevada, Andalusien)
Blick auf Capileira, Bubión und Pampaneira vom Weg entlang der Acequia Sierra. © Jürgen Paeger

Anspruch: +++  Gehzeit: 7.15 Std.  Länge: 21 km  Höhenmeter: 1.400
(Angaben für die gesamte Tour)

Charakter: Längere Rundwanderung auf zumeist guten Bergpfaden, ein steiler und mitunter rutschiger Abstieg vor dem Tajo de Pelines, auf einigen kurzen Teilstücken danach etwas Balancieren entlang eines Bewässerungskanals (acequia) nötig. Etwa 1,5 km auf einer unbefestigten Bergpiste.

Wanderkarte: Mapa Excursionista y Turistica 1:40.000 Sierra Nevada (Editorial Alpina)

Einkehrmöglichkeiten: In Capileira, unterwegs keine. Tipp: Das Méson Poqueira bietet gute lokale Küche.

Anfahrt: Bus: Dreimal täglich mit dem Linienbus (Alsa) ab Granada Busbahnhof nach Capileira. PKW: Ab Motril bzw. Granada auf der A-44 bis zum Abzweig nach Lanjarón, von dort über Órgiva die A-4132 vorbei an Pampaneira, kurz darauf Abzweig nach Bubión und Capileira.

Übernachtung:
Hotels in Capileira, Empfehlungen siehe >> hier.

Hinweis (für Ortskenner): Der im Tal des Río Toril verlaufende frühere markierte Wanderweg "Río Toril" ist im Jahr 2012 abgerutscht und bis heute (Stand Mai 2016) nicht wieder hergestellt. Da die Cortijos hier oben nicht mehr bewirtschaftet sind, ist fraglich, ob dieses überhaupt erfolgen wird. Bis dahin bleibt nur die hier beschriebene höhere Variante, die wegen des steilen, mitunter rutschigen Abstiegs in das Tal des Río Toril als anspruchsvoll einzustufen ist. Die Tour kann aber abgekürzt werden (siehe Text, Wanderzeit dann 5.30 Std.).

Wanderkarte "Zum Río Toril" (Alpujarra, Sierra Nevada, Andalusien)

Zugegeben, “Variante” ist eine Untertreibung: Diese Tour ist fast drei Mal so lang wie Tour 23 und anspruchsvoll statt leicht. Aber es gibt eine Abkürzungsmöglichkeit (im Text beschrieben, Gehzeit 5.30 Std.). Das erste Viertel der Wanderung ist mit Tour 23 identisch: Wie dort beschreiben gehen wir von Capileira über die Brücke Puente Buchite (30 Min. - in manchen Karten auch Puente Abuchite) bis zum Wasserkraftwerk hinter La Cebadilla (1.30 Std.). Es ist am Zusammenfluss der Ríos Toril und Naute gelegen, die hier den Río Poqueira bilden. Wir suchen aber jetzt nicht die Cascada Mecina oder gehen zurück nach La Cebadilla (Tour 23), sondern folgen nach der zweiten Brücke, die uns auf die linke Seite des Río Naute zurückbringt, dem breiten, mit steinernen Stufen ausgestatteten Weg, der hier in Serpentinen bergan führt. Gut eine Viertelstunde geht es immer steil bergan, dann ist das steilste Stück geschafft (dieser Weg ist übrigens der Rückweg von >> Tour 24 “Aufstieg ins Hochgebirge”).

Es geht an einem Cortijo vorbei, und gut 10 Minuten nach dem Ende des Aufstiegs geht vor einer Ruine ein Pfad nach links ab - geradeaus ist der weitere Weg mit “Sendero de las Acequias” ausgeeschildert. Diesem abgehenden, anfänglich schmalen Pfad folgen wir. Er steigt an - der  Aufstieg durch das schattenlose Igelpolstergebüsch ist insbesondere an heißen Tagen anstrengend; wir sollten ihn langsam angehen. Er dauert auch nur 10 Minuten, dann kommen wir an die Fallrohre des Wasserkraftwerks. (Wir können sie auf einer Brücke überqueren, auf der anderen Seite führt deutlich erkennbar der ehemalige Wanderweg PR-A 69 weiter, der aber hinter dem Cortijo Combate im Jahr 2012 durch einen Erdrutsch zerstört wurde.)

Wir folgen dem Weg rechts der Fallrohre weiter bergan bis zur eingezäunten Kopfstation des Kraftwerks. Am besten umgehen wir den Zaun unterhalb des Geländes, an dessen linker Seite wir einen Pfad abgehen sehen, der entlang der unterirdisch verlaufenden acequia Amoladeras verläuft, die den Fallrohren Wasser zuführt - der Weg folgt daher exakt der Höhenlinie. Dieser Weg führt am Cortijo de las Amoladeras und einigen weiteren Ruinen vorbei, bis eine Markierung die Stelle anzeigt, an der der steile und etwas rutschige Abstieg beginnt – warum, wird uns spätestens 10 Meter weiter klar: Vor uns liegt der schroffe Tajo de Pelines; kein Weg überquert diesen Abhang.

Tajo de Pelines (Alpujarra, Sierra Nevada, Andalusien)
Der Tajo de Pelines im Tal des Río Toril: Hier müssen wir einen steilen Pfad zum Fluss hinunter nehmen. Foto: Jürgen Paeger

Zurück zum Beginn des Abstiegs, müssen wir sorgsam auf den richtigen Weg achten: Zwar sehen wir unser Ziel, den Río del Toril schon unter uns, aber die Wege direkt abwärts über das Tal mit einem Cortijo unter uns sind eher Ziegenpfade. Auf ihnen geht es nach unten, wo wir auf den von links kommenden ehemaligen Wanderweg PR-A 69 stoßen. Kurz darauf sind wir am Río Toril (3.45 Std.). Diese Stelle ist so schön, dass wir hier eine Pause machen sollten, bevor wir den Rückweg antreten.

Río Toril (Alpujarra, Sierra Nevada, Andalusien)
Am Rio Toril. Foto: Jürgen Paeger

Für den Rückweg überqueren wir den Bach auf Trittsteinen. An der anderen Seite beginnt eine acequia (die acequia Nueva), die von einem Weg begleitet wird. Die acequia ist am Anfang verrohrt und daher unter dem Weg verborgen. Wir folgem dem Weg und der acequia ohne große Höhenunterschiede für einige Kilometer. Nach 45 Minuten verlässt der markierte Wanderweg die Acequia (dies ist eine Abkürzung zurück nach Capileira: Folgen Sie dem markierten Wanderweg, der sie nach 20 Minuten an eine unbefestigte Straße  bringt - es ist dieselbe Piste, auf die wir schon auf dem Hinweg, jedoch weiter unten gestoßen sind und die zur Straße Capileira - Wasserkraftwerk führt. Wir folgen der Piste nach links und kürzen eine Kehre auf einer markierten Abkürzung ab; und kommen dann 10 Minuten später an die Stelle bei einem Gehöft, wo wir auf dem Hinweg auf diese Piste getroffen sind: Nach rechts geht es also in 1,5 Std. wie auf dem Hinweg zurück nach Capileira - Gesamtwanderzeit dann 5.30 Std.).

Auf dieser Abkürzung verpasst man aber das schönste Wegstück. Für dieses bleiben wir auf dem Weg entlang der acequia, der 5 Minuten später auf das obere Ende der Piste stößt, über die die Abkürzung führt. Wir gehen weiter längs der acequia; und jetzt kommt einer der schönsten Wanderwege Andalusiens: Ein schmaler Pfad folgt immer dem Verlauf der Acequia, die jetzt aus Natursteinen gebaut ist und „wilder“ aussieht als zuvor (in manchen Karten wechselt sie auch den Namen und heißt jetzt acequia Sierra). Bäume sorgen für Schatten. Ab und zu erlauben kurze offene Stellen einen Blick auf das Tal des

Wanderweg entlang der Acequia Sierra (Alpujarra, Sierra Nevada, Andalusien)
Wanderweg entlang der Acequia Sierra, einer der schönsten Wege in Andalusien. Foto: Jürgen Paeger

Poqueira – an der ersten Stelle sehen wir nur Capileira, an der zweiten bereits die drei Dörfer Capileira, Bubion und Pampaneira (siehe Foto ganz oben). Der Weg ist schmal und ab und an muss man darauf achten, wo man hintritt oder auf der Begrenzung entlang balancieren - wirklich gefährlich wird es aber nirgends. Nach gut 40 Minuten heißt es aber aufgepasst: Wir kommen an eine offene Stelle, an der links jetzt auch die Häuser von La Cebadilla sichtbar sind; und eine alter Wegweiser zeigt an, dass der Weg jetzt nach links unten von der acequia wegführt. (Sollten wir die Stelle verpassen oder der Wegweiser entfernt worden sein: Die acequia ist kurz darauf nicht mehr begehbar, da sie steil nach unten abfällt. Stoßen wir auf diese Stelle, müssen wir zurück und den Pfad suchen.) Der Weg umgeht eine Steilstelle und führt dann zurück an die acequia. Danach folgt er weiter der acequia, die nun einige Schluchten quert. Wir kommen auf dem weiteren Wegverlauf an zwei Cortijos (der erste links des Weges, der zweite rechts) vorbei. Danach verlassen wir an einer Brücke die acequia, an der wir jetzt etwa 1.30 Std. entlanggewandert sind (5.30 Std.). Der Abstieg führt rechts an einem zementfarbenden Gehöft vorbei zu einem Feldweg, auf dem wir nach rechts gehen, bis wir auf einen nach links abgehenden Pfad stoßen: Hier sind wir auf den GR-240 (Sendero Sulayr) getroffen, der von vorne von Puente Palo kommt und dem wir jetzt bergab folgen. Der Fernwanderweg ist hier neu angelegt worden und führt in steilen Serpentinen den Hang hinunter (eines dieser Wegstücke, die ich nicht verstehe: es gab hier andere, alte Wege, die man stattdessen hätte markieren können. Wie lange das neue Wegstück hält, wenn die Mittel für die Unterhaltung ausbleiben, bleibt abzuwarten.) Der Weg führt an einigen Gehöften vorbei und trifft schließlich auf den Rückweg der Tour 22. Wir kommen immer dem GR-240 folgend zu einer Wegkreuzung: Wie schon gesagt, führt der Sendero Sulayr hier nach Puente Palo; wir folgen dem Weg nach Capileira (ein dritter Weg führt nach Bubión, siehe >> hier). Auf diesem gelangen wir an die Brücke Puente Chiscar und zurück nach Capileira (7.15 Std.).

Weitere Wanderungen:

In Capileira starten auch die Touren 22 Durch die Schlucht des Poqueira und 24 Aufstieg ins Hochgebirge - Von Capileira zum Refugio Poqueira aus meinem >> Wanderführer. Capileira liegt zudem am Fernwanderweg GR-240 “Sendero Sulayr” (auf den wir auf dieser Tour ja treffen; weitere Informationen siehe >> Wanderungen in der Sierra Nevada).

© Jürgen Paeger 2010 - 2016

Der Weg entlang der acequia Sierra war früher Teil des offiziellen “blauen” Wanderwegs, manchmal treffen wir noch auf alte Wegweiser. Im offiziellen Wegesystem finden wir eine ähnlich schöne acequia mit der acequia Almiar auf dem Sendero Sulayr zwischen Capileira und Puente Palo. Wer diesen gehen will: Von Capileira hin- und zurück 21 Kilometer, 6.30 Std. Wegbeschreibung (spanisch) >> hier.